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(Foto: REUTERS)

"Übermächtiger Gegner": Bundesamt warnt vor Chinas Cyber-Attacken

Angesichts zunehmender Hacker-Angriffe aus China warnt das Bundesamt für Verfassungsschutz vor allem deutsche Unternehmen. Das Hauptproblem: Firmen schätzen völlig falsch ein, was die Gegenseite interessieren könnte.

Der Verfassungsschutz warnt deutsche Unternehmen vor einer wachsenden Zahl von Cyber-Angriffen aus China. Chinesische Geheimdienste und das Militär hätten insbesondere deutsche Mittelständler und deren innovative Produkte ins Visier genommen und betrieben massiv Wirtschaftsspionage, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen zum Beginn des China-Besuches von Kanzlerin Angela Merkel der "Welt am Sonntag".

"Viele mittelständische deutsche Unternehmen sind leichte Beute. Sie können oft nur schlecht einschätzen, was ihre Kronjuwelen sind, wofür sich die Gegenseite interessiert", sagte Maaßen. Zahlreiche Firmen seien überfordert damit, sich selbst zu schützen. "Sie treten gegen einen übermächtigen Gegner an", sagte Maaßen. "Allein der chinesische technische Nachrichtendienst hat über 100.000 Mitarbeiter."

Merkel will Menschenrechtsfragen ansprechen

Derweil hat der China-Besuch von Angela Merkel begonnen. Nach Angaben aus Regierungskreisen will Merkel bei ihren Gesprächen mit Ministerpräsident Li Keqiang am Abend und mit Staatspräsident Xi Jinping am Montag in Peking auch Menschenrechtsfragen ansprechen. Als eher unwahrscheinlich galt aber, dass sie sich erfolgreich für den Wunsch des chinesischen Künstlers Ai Weiwei einsetzen kann, seine noch bis zum 13. Juli in Berlin geöffnete Ausstellung besuchen zu dürfen. Ai wird derzeit die Ausreise verweigert.

Merkels Besuch ist für die deutsche Wirtschaft von Bedeutung. China gehört zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands. Die Volksrepublik war 2013 mit einem Ausfuhrwert von 67 Milliarden Euro nach den USA der zweitwichtigste Absatzmarkt der deutschen Wirtschaft außerhalb Europas und der fünftwichtigste überhaupt. Für die deutschen Schlüsselindustrien wie Auto- und Maschinenbau ist der chinesische Markt von großer Bedeutung. In Chengdu sind rund 120 deutsche Unternehmen präsent.

Deutsche Firmen beklagen aber mangelnden Schutz des geistigen Eigentums in China, Raubkopien und den Zwang zu Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Firmen. Letzteres trifft vor allem die Automobilbranche. Neben einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation wird Merkel von Abgeordneten aller Bundestagsfraktionen begleitet.

Quelle: n-tv.de

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