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Einsatz mit den Kollegen aus Ungarn: Neun Nato-Maschinen sollen den baltischen Luftraum sichern.
Einsatz mit den Kollegen aus Ungarn: Neun Nato-Maschinen sollen den baltischen Luftraum sichern.(Foto: picture alliance / dpa)

Eurofighter auf Nato-Patrouille: Bundeswehr fliegt ins Baltikum

Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen sorgen bei den kleineren Nato-Partnern für anhaltende Unruhe. In den kommenden Monaten sollen Kampfpiloten aus Deutschland am Himmel über der Ostsee für Ruhe und Sicherheit sorgen.

Eine Abordnung der Bundeswehr beteiligt sich in den kommenden vier Monaten mit fünf Luftwaffen-Kampfjets an der Luftraumüberwachung über dem Baltikum. Die Maschinen vom Typ "Eurofighter" brachen zu Wochenbeginn vom nordrhein-westfälischen Nörvenich ins estnische Ämari auf, wie ein Luftwaffensprecher mitteilte.

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Zusammen mit vier ungarischen Maschinen sollen sie bis Anfang Januar den Luftraum über den Nato-Staaten Estland, Lettland und Litauen kontrollieren. Einen weiteren Eurofighter muss die Bundeswehr als Ersatz in Nörvenich bereithalten, falls einer der deutschen Kampfjets während des Einsatzes wegen technischer Probleme oder routinemäßiger Wartungsarbeiten ausfallen sollte.

Das Verteidigungsbündnis Nato hatte die Luftraumüberwachung über dem Baltikum im Zuge der Ukraine-Krise zwischenzeitlich von vier auf 16 Maschinen verstärkt. Jetzt wird der Einsatz auf neun Maschinen fast halbiert. Die baltischen Staaten fühlen sich vom mächtigen Nachbarn Russland bedroht. Weil ihre eigenen Abwehrkapazitäten nicht zur lückenlosen Überwachung des baltischen Luftraums ausreichen, springen die Nato-Partner vor Ort ein.

Der Bündnisdienst ist für die Bundeswehr mit großem Aufwand verbunden: Neben Piloten und Einsatzplanern reisen auch Unterstützungseinheiten wie etwa Bodenpersonal und Techniker zur Luftraumüberwachung in den Nordosten Europas. Mehr als 100 deutsche Soldaten werden für den Einsatz in Ämari stationiert.

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Am Dienstag übernimmt Deutschland von Großbritannien formell die Führung der Nato-Mission. Die ersten Einsatzflüge werden die deutschen Eurofighter nach Angaben des Bundeswehr-Sprechers aber voraussichtlich erst Anfang nächster Woche absolvieren.

Der Einsatz im Baltikum fällt in eine Zeit vermehrter Spannungen - und gewinnt dadurch für die internationale Politik vor dem Hintergrund des Ukrainekonflikts große symbolische Bedeutung. Parallel dazu läuft derzeit ein weiteres Großmanöver im Südosten Europas, dem sich zuletzt der Schwarzmeer-Anrainerstaat Bulgarien anschloss. Die US-geführte Militärübung umfasst damit Teilnehmer aus insgesamt elf Staaten.

USA organisieren "Swift Response"

Auch bei dieser Übung - die abseits der Nato-Planungen stattfindet - ist die Bundeswehr beteiligt: Zunächst seien an drei Orten Bulgariens Übungen mit Fallschirmjägern vorgesehen, erklärte das bulgarische Verteidigungsministerium. Geplant sei auch das Absetzen von Militärtechnik aus der Luft - unter anderem aus einer deutschen Transportmaschine vom Typ C-160 "Transall".

An dem Training in dem EU-Land nehmen den Angaben zufolge 400 Militärs aus den USA, aus Italien sowie aus Bulgarien teil. Die Veranstaltung in dem einstigen Ostblockland ist wiederum Teil der von den USA geführten Luftlandeübung "Swift Response" (deutsch etwa: "Zügige Reaktion"). Die Bundeswehr spricht mit Blick auf "Swift Response" von einer "der größten multinationalen Übungen seit Jahren".

Multinationale Eingreiftruppe

Bis zum 13. September noch sollen etwa 5000 Soldaten aus den elf teilnehmenden Staaten bei verschiedenen Übungsszenarien mitwirken, darunter auch Spezialeinheiten aus Großbritannien, Frankreich, Polen und Griechenland. Die Bundeswehr ist mit Material und Fachkräften vertreten: Die 650 Soldaten aus Deutschland stellen nach den Amerikanern sogar das zweitstärkste Kontingent.

Unter der Leitung der US-amerikanischen 82. Luftlandedivision übt die Division Schnelle Kräfte (DSK) der Bundeswehr derzeit noch bis 29. August in Süddeutschland. "Die DSK wird erstmalig mit einem eigenen trinationalen, luftbeweglichen Gefechtsverband, der 'Task Force Cerberus', in einem multinationalen Umfeld üben", teilte die Bundeswehr mit. "Gemeinsam mit mehreren hundert anderen NATO-Soldaten werden die Kräfte der DSK innerhalb der Übung aus amerikanischen, deutschen, niederländischen und britischen Luftfahrzeugen springen und am Himmel über Süddeutschland zu sehen sein."

Weitere Übungen im Rahmen von "Swift Response" sind in Rumänien und Italien angesetzt. Das erklärte Ziel des Manövers ist es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der sogenannten "schnellen Eingreifkräfte" bei Luftlandemanövern zu verbessern.

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Quelle: n-tv.de

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