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Rund 2000 Soldaten stehen schon bereit, um im ganzen Land bei der Versorgung von Flüchtlingen zu helfen.
Rund 2000 Soldaten stehen schon bereit, um im ganzen Land bei der Versorgung von Flüchtlingen zu helfen.(Foto: picture alliance / dpa)

18.000 Soldaten helfen Flüchtlingen: Bundeswehr soll Unterkünfte betreiben

Die Bundeswehr ist bereits mit mehreren Tausend Soldaten bei der Versorgung von Flüchtlingen im Einsatz. Dieses Engagement soll nun noch einmal erhöht werden, sagt Ministerin Ursula von der Leyen bei n-tv.

Die Bundeswehr richtet sich auf ein dauerhaftes Engagement bei der Flüchtlingshilfe in Deutschland ein. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen erteilte eine entsprechende Weisung an die Truppe. Ziel sei es, lokale Strukturen und ehrenamtliche Helfer langfristig zu entlasten und auch selbst Unterkünfte "im großen Stil" zu betreiben, sagte die Ministerin bei n-tv.

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Laut von der Leyen standen bislang schon im Schnitt am Tag 2000 Soldaten deutschlandweit abrufbereit. "Wir wollen das jetzt raufziehen auf 6000, die dauerhaft eingebunden sind. Das heißt 24 Stunden, 7 Tage die Woche", sagte von der Leyen. Das bedeute, dass insgesamt 18.000 Bundeswehrangehörige, die in die Flüchtlingshilfe eingebunden seien. Sie könnten in nahezu allen Bereichen eingesetzt werden. "Was immer die Fantasie hergibt, da helfen wir in Amtshilfe, außer - das ist die einzige Ausnahme - polizeiliche Aufgaben."

Zusätzlich zur Unterstützung der Helfer in bereits bestehenden Einrichtungen soll die Bundeswehr nach von der Leyens Vorstellung auch selbst Erstunterkünfte bereitstellen. " Wir haben bundesseitig inzwischen 115.000 Erstunterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt, jetzt haben wir nochmal weitere 32.000, die wir gerade instand setzen und da wird auch die Bundeswehr konsequent, auch selbstständig, Unterkünfte betreiben in großem Stil", sagte von der Leyen.

Ehrenamtliche sollen "auch Pausen kriegen"

Von dem neuen Konzept verspricht sich von der Leyen eine Entlastung vor allem der vielen ehrenamtlichen Helfer in Deutschland. "Wir erleben eine großartige Einsatzbereitschaft aller verschiedenen Ebenen, aber auch ganz vieler Ehrenamtlicher", betonte die Ministerin bei n-tv. Viele dieser Helfer kämen jedoch allmählich an die Grenze ihrer Kräfte. Das erhöhte Engagement der Bundeswehr solle ermöglichen dass die "Ehrenamtlichen, wenn es notwendig ist, auch Pausen kriegen, auch mal eine Zeitlang aussetzen können". Die Flüchtlingshilfe werde "zu einer wichtigen zusätzlichen Aufgabe für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr".

Ab Mitte November werde das Zentrum Innere Führung der Bundeswehr in Koblenz Lehrgänge für Führungspersonal der Streitkräfte anbieten, teilte das Ministerium mit. Der neue Lehrplan reiche von rechtlichen Grundlagen der Flüchtlingshilfe über die Vermittlung interkultureller Kompetenzen bis zur Zusammenarbeit mit zivilen Organisationen.

Parallel dazu arbeite die Bundeswehr mit UN-Experten an besseren Unterbringungsmöglichkeiten. Dabei gehe es unter anderem um Modulbauhäuser für jeweils fünf Menschen, die in Hangars, Sport- und Industriehallen als sogenannte "Haus-in-Haus-Lösung" aufgestellt werden können. Flüchtlingen, besonders Familien, Frauen und Kindern, sollten diese Modulbauhäuser ein höheres Maß an Privatsphäre bieten als das bisher in vielen größeren Hallenunterkünften der Fall sei.

Die Flüchtlingshilfe zählt nicht zum eigentlichen Auftrag der Bundeswehr. Die Bundeswehr unterstütze die Behörden im Rahmen der Amtshilfe bei den anfallenden Aufgaben, teilte das Ministerium mit. So obliege dem Verteidigungsministerium die Bereitstellung von 40.000 zusätzlichen Unterkunftsplätzen in Erstaufnahmeeinrichtungen, welche der Bund den Ländern zugesagt hat.

Quelle: n-tv.de

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