Politik
US-Präsident Obama mit dem ehemaligen afghanischen Präsidenten Karzai: Große Bargeld-Lieferungen
US-Präsident Obama mit dem ehemaligen afghanischen Präsidenten Karzai: Große Bargeld-Lieferungen(Foto: dpa)

Koffer voller Bargeld: CIA-Million landet bei den Taliban

Der amerikanische Geheimdienst CIA schleust jahrelang Bargeld nach Afghanistan. Mit dem Geld soll die Regierung von Präsident Karzai unterstützt werden. Doch ein großer Teil des Geldes landet ausgerechnet beim Erzfeind.

Die USA lehnen Zahlungen an Terroristen strikt ab. Auch bei Entführungen verfolgen sie eine klare Linie: Kein Lösegeld. Zumindest ist dies die offizielle Version des Weißen Hauses. Doch entgegen dieser klaren Vorgabe ist zumindest in Afghanistan offenbar US-Geld geflossen - ausgerechnet an Al-Kaida.

Wie die "New York Times" unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichtet, sind rund eine Million Dollar aus einem geheimen Fonds der Amerikaner für die afghanische Regierung bei der Terrororganisation gelandet. Demnach gehörte das Geld zu einer Summe von fünf Millionen Dollar, die die Regierung in Kabul 2010 für die Freilassung eines afghanischen Diplomaten aus der Geiselhaft der Islamisten zahlte.

"Gott hat uns diesem Monat mit einem großen Geldbetrag gesegnet", schrieb ein führender Al-Kaida-Manager damals in einem Brief an Osama Bin Laden. Das Geld solle für neue Waffen und die Finanzierung von Kampfeinsätzen verwendet werden.

Dem Blatt zufolge schaffte der amerikanische Geheimdienst CIA jeden Monat Bargeld nach Afghanistan. Die Regierung dort habe es unter anderem verwendet, um sich die Unterstützung von Stammesfürsten zu kaufen.

Kabul bekommt weiter Bargeld

Dem Bericht zufolge war Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden zuerst misstrauisch, was die CIA-Million anging. Er habe befürchtet, dass der Geheimdienst das Geld vergiftet oder bestrahlt haben könnte oder dass darin Peilsender versteckt seien. Dies gehe aus Schreiben hervor, die amerikanische Soldaten bei der Tötung von Bin Ladin 2011 in Pakistan erbeutet hatten. Die Dokumente seien als Beweise bei dem Verfahren gegen den Islamisten Abid Nassir in New York eingereicht worden.

Noch heute soll Bargeld nach Afghanistan transportiert werden, schreibt die "New York Times". Allerdings sollen die Zahlungen seit dem Amtsantritt von Präsident Aschraf Ghani zurückgegangen sein. "Es ist Bargeld", sagt ein früherer afghanischer Regierungsmitarbeiter. Wenn es angekommen ist, könnten die Amerikaner überhaupt nichts tun oder entscheiden, wofür das Geld verwendet würde.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen