Politik

Opfer der Pinochet-Diktatur: Chile sucht nach Jara-Mördern

Dem Pinochet-Putsch in Chile fallen 1973 unzählige Menschen zum Opfer, in den Jahren der Diktatur verlieren Tausende ihr Leben. Eines der prominentesten Opfer des Umsturzes ist der kommunistische Sänger Víctor Jara. In den ungeklärten Mordfall kommt nun Bewegung.

Erst vor drei Jahren wurde Víctor Jara würdevoll bestattet.
Erst vor drei Jahren wurde Víctor Jara würdevoll bestattet.(Foto: picture alliance / dpa)

Fast vier Jahrzehnte nach der Ermordung des Sängers Víctor Jara zu Beginn der Pinochet-Diktatur in Chile hat die Justiz des Landes die Festnahme von acht Tatverdächtigen angeordnet. Der Richter Miguel Vázquez Plaza verfügte, dass sich zwei ehemalige Angehörige des Militärs wegen Mordes und sechs weitere wegen Beihilfe verantworten müssen. Als Haupttäter werden demnach Hugo Sánchez Marmonti und Pedro Barrientos Núñez gesucht. Gegen Núñez wurde ein internationaler Haftbefehl erlassen, weil er sich in den USA aufhalten soll.

Der unaufgeklärte Mord an dem damals 41-jährigen Jara beschäftigt wie kaum ein anderer Vorgang der Diktatur von Augusto Pinochet bis heute die Gemüter. Jara wurde einen Tag nach dem Putsch festgenommen und mit 5000 anderen Gefangenen im Stadion von Santiago interniert.

Laut Ermittlungen der Justiz wurde Jara am fünften Tag nach dem Putsch, dem 16. September 1973, mit "mindestens 44 Kugeln" erschossen. Die Täter hatten zuvor seine Hände verstümmelt. Das Stadion, das von der Junta als Folterlager genutzt wurde, trägt seit 2003 Jaras Namen. Unter Pinochets Herrschaft zwischen 1973 und 1990 wurden in Chile mehr als 3000 Menschen getötet oder verschwanden spurlos.

Vor drei Jahren wurden Jaras sterbliche Überreste feierlich beerdigt, rund 3000 Menschen begleiteten den Sarg in einem Trauermarsch durch die Hauptstadt zum Friedhof Cementario General. Viele trugen Nelken, rote Fahnen und Bilder des Sängers und riefen "Victor lebt im Herzen seines Volkes". Die Bestattung in Santiago in Anwesenheit der damaligen Präsidentin Michelle Bachelet war der Höhepunkt eines dreitägigen Gedenkens an Jara, der 1973 heimlich begraben worden war und damit nachträglich auf würdevolle Weise bestattet werden sollte.

Quelle: n-tv.de

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