Politik
Chinesischer J-20-Kampfjet bei einer Flugshow: Welchen Typs die eingesetzen Abfangjäger waren, ist nicht bekannt.
Chinesischer J-20-Kampfjet bei einer Flugshow: Welchen Typs die eingesetzen Abfangjäger waren, ist nicht bekannt.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 27. Mai 2017

Zwischenfall auf hoher See: Chinesische Jets fangen US-Flugzeug ab

Nur eine Woche nach dem letzten Zwischenfall wird erneut ein US-Aufklärungsflugzeug von Kampfflugzeugen der Volksrepublik über dem Chinesischen Meer abgefangen. Ist es die Antwort auf die provokante Patrouillenfahrt eines US-Kriegsschiffes am selben Tag?

Zwei chinesische Kampfflugzeuge haben nach US-Angaben ein Aufklärungsflugzeug der US-Marine abgefangen. Der Zwischenfall habe sich bereits am Mittwoch über dem Südchinesischen Meer im internationalen Luftraum ereignet, erklärte am Freitag das US-Verteidigungsministerium. Die Aktion sei gefährlich und unprofessionell gewesen. Eines der chinesischen Kampfflugzeuge habe sich der US-Maschine bis auf 180 Meter genähert, sagten Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Die "Dewey" gefährdete mit ihrer Patrouillenfahrt den labilen Frieden im Südchinesischen Meer.
Die "Dewey" gefährdete mit ihrer Patrouillenfahrt den labilen Frieden im Südchinesischen Meer.(Foto: REUTERS)

Am selben Tag hatte erstmals seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump ein US-Kriegsschiff eine von China beanspruchte künstliche Insel im Südchinesischen Meer passiert. Informationen aus US-Regierungskreisen zufolge näherte sich das US-Schiff "Dewey" bis auf zwölf nautische Meilen der Insel. China protestierte am Donnerstag dagegen. Es sei dem Frieden und der Stabilität in der Region nicht förderlich, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Peking. Das Außenministerium forderte die USA auf, von solchen Aktionen abzusehen, da sie Zwischenfälle auf See und in der Luft auslösen könnten.

Ende der Entspannungspolitik?

China beansprucht etwa 90 Prozent des Südchinesischen Meeres für sich. Aber auch Brunei, Malaysia, die Philippinen, Vietnam und Taiwan stellen dort Gebietsansprüche. Damit ist die Region ein potentieller Krisenherd. Jährlich passieren Schiffe mit Waren im Wert von fünf Billionen Dollar die Seewege. Zudem werden unter dem Meer Bodenschätze vermutet.

Die USA kritisieren die Führung in Peking wegen des Ausbaus der Korallenbänke schon länger und lassen immer wieder Kriegsschiffe in der Region patrouillieren. Auch unter Trumps Vorgänger Barack Obama gab es solche Einsätze. Die Patrouillenfahrt der "Dewey" war die erste derartige Aktion der USA seit Oktober. Der Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums sagte, das US-Schiff sei von zwei Kriegsschiffen zum Abdrehen aufgefordert worden. China habe Protest bei den USA eingelegt. Nach dem Völkerrecht umfassen die Territorialgewässer einen Bereich von zwölf Seemeilen von der Küste.

Die Fahrt der "Dewey" dürfte die jüngste Entspannung in den beiderseitigen Beziehungen nach dem Besuch von Präsident Xi Jinping in den USA gefährden. Trump hatte zuletzt Chinas Bemühungen im Konflikt über das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm gewürdigt.

Quelle: n-tv.de

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