Politik
Ägyptens Außenminister Mohammed Kamel Amr will Aufklärung.
Ägyptens Außenminister Mohammed Kamel Amr will Aufklärung.(Foto: REUTERS)

Granate explodiert in libyscher Kirche: Christen sterben bei Anschlag

Nach einer Messe sterben bei einer Explosion in einer Kirche in Libyen zwei ägyptische Christen. Ägyptens Außenminister Amr fordert eine Untersuchung des Falls. Örtliche Politiker beschwichtigen - für einen geplanten Anschlag sei die Zahl der Opfer zu niedrig.

Bei einem mutmaßlichen Bombenanschlag auf eine koptische christliche Kirche in Libyen sind zwei Ägypter getötet und zwei weitere verletzt worden. Der Angriff habe sich am späten Samstagabend in der Nähe der Stadt Misrata ereignet, berichtete die amtliche libysche Nachrichtenagentur Lana. Der ägyptische Außenminister Mohammed Kamel Amr verurteilte die Gewalt und forderte die Bestrafung der Schuldigen.

Ein ägyptischer Diplomat bestätigte, dass bei dem Vorfall in Dafnija in der Provinz Misrata zwei seiner Landsleute ums Leben gekommen und zwei weitere verletzt worden seien. Die Explosion habe sich in einem Anbau der Kirche ereignet.

Kurz nach dem Gottesdienst

Angaben der Nachrichtenagentur Lana zufolge griffen Unbekannte die Kirche an, als die Gläubigen gerade die Messe verließen. Der stellvertretende Vorsitzende des Stadtrats von Misrata, Atija al-Dreni, sagte der Nachrichtenagentur AFP, Sprengstoffexperten untersuchten derzeit den Vorfall. Wenn es sich um einen geplanten Anschlag gehandelt hätte, wären die Opferzahlen aber höher gewesen, sagte er.

Ägyptens Außenminister Amr forderte eine Untersuchung. Die Verantwortlichen müssten vor Gericht gestellt werden, sagte Amr laut der amtlichen ägyptischen Nachrichtenagentur Mena. Demnach rief sein Ministerium die libysche Regierung auf, die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Kirche in Dafnija zu verschärfen. Zwei Angreifer sollen demzufolge eine Granate auf die Christen geworfen haben.

Vor dem Sturz des langjährigem Machthabers Muammar al-Gaddafi im Oktober 2011 lebten schätzungsweise anderthalb Millionen Ägypter in Libyen. Während des Aufstands verließen rund zwei Drittel davon das Land, 2012 kehrten aber viele zurück. Seit Gaddafis Sturz ist die Sicherheitslage schwierig. Polizei und Armee sind geschwächt, während sich die Milizen aus dem Bürgerkrieg weigern, ihre Waffen niederzulegen.

Quelle: n-tv.de

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