Politik
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Abgabe ändert Essverhalten nicht: Dänen schaffen Fettsteuer ab

Die Dänen waren mit der Einführung einer Steuer auf besonders fetthaltige Lebensmittel Pioniere. Doch das Experiment scheiterte. Die Bevölkerung isst heute genau so fettig wie vorher. Außerdem gefährdet die Steuer Arbeitsplätze.

Dänemarks Regierung will die vor einem Jahr eingeführte Fettsteuer wieder abschaffen. Die weltweit erste Steuer auf Lebensmittel mit gesättigten Fettsäuren sei zu kostspielig und habe das Ernährungsverhalten der Dänen nicht verändert, erklärte das Steuerministerium in Kopenhagen. Zudem habe die Steuer die Verbraucherpreise erhöht, den Produzenten hohe Verwaltungskosten auferlegt und Arbeitsplätze in Dänemark gefährdet. Viele Dänen hätten zudem ihre Einkäufe aus Kostengründen im Ausland erledigt. Aus diesen Gründen soll auch die geplante Zuckersteuer nicht kommen.

Die dänische Mitte-links-Minderheitsregierung will die Fettsteuer mit den Stimmen der weit links stehenden Rot-Grünen streichen. Diese war im Oktober 2011 von der damaligen konservativen Regierung eingeführt worden. Die Fettsteuer beträgt pro Kilogramm gesättigter Fettsäuren 16 Kronen (2,15 Euro). So verteuerte sich die 250-Gramm-Packung Butter um 2,20 Kronen (0,29 Euro). Mehrere Supermarktketten kündigten an, ihre Preise nach der Streichung der Steuer zu senken.

Gesundheitsministerin Mette Gjerskov sagte der Nachrichtenagentur Ritzau, nun müsse etwas anderes in der Ernährungspolitik versucht werden. Die dänische Gesundheitsbehörde gibt die Zahl der übergewichtigen Dänen mit 47 Prozent an, 13 Prozent seien fettsüchtig.

Quelle: n-tv.de

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