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Die Kämpfer von Ansar Dine haben viele wichtige Städte in Nord-Mali erobert.
Die Kämpfer von Ansar Dine haben viele wichtige Städte in Nord-Mali erobert.(Foto: REUTERS)

Islamisten setzen Kindersoldaten ein: Den Haag ermittelt in Mali

Während französische Truppen versuchen, den Terror in Malis zu beenden, schaltet sich der Internationale Strafgerichtshof ein: Die Anklägerin geht Hinweisen nach, die Islamisten setzten Kindersoldaten sein.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen in Mali eingeleitet. Bei einigen seit Januar 2012 verübten "Akten der Brutalität und der Zerstörung" könne es sich um Kriegsverbrechen handeln, erklärte Chefanklägerin Fatou Bensouda. Ein Vertreter der malischen Armee warf den in dem Land kämpfenden radikalen Islamisten vor, Kindersoldaten einzusetzen.

"Verschiedene bewaffnete Gruppen haben Terror gesät und der Bevölkerung mit einer ganzen Reihe von Akten extremer Gewalt in allen Phasen des Konflikts Leid zugefügt", kritisierte Bensouda. Die seit Mitte Juni im Amt befindliche gambische Juristin hatte im Juli eine Voruntersuchung zu den Vorfällen eingeleitet. Es gehe in den Ermittlungen um zahlreiche Morde, Vergewaltigungen, Verstümmelungen und Folter sowie um Todesurteile ohne Gerichtsverfahren und deren Vollstreckungen, teilte Bensouda mit. Dem IStGH lägen Hinweise darauf vor, welche Einzeltäter oder Gruppen für die mutmaßlichen Kriegsverbrechen verantwortlich seien.

Nach einem Putsch im März vergangenen Jahres hatten islamistische Gruppen begonnen, den Norden Malis zu erobern. Nach UN-Angaben flüchteten etwa 144.500 Malier in die Nachbarländer, zudem gebe es 230.000 Binnenvertriebene. Seit Ende vergangener Woche geht die französische Armee gegen die islamistischen Rebellen vor. Nach Luftangriffen startete sie am Dienstag eine Bodenoffensive.

Ein Vertreter der malischen Armee sagte, die Islamisten setzten in Mali Kindersoldaten ein und benutzten Zivilisten als menschliche Schutzschilde gegen Angriffe. Dies sei etwa in der von Islamisten kontrollierten Stadt Diabali rund 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako der Fall. In Diabali lieferten sich französische Spezialeinheiten Nahkämpfe mit den Islamisten. Die Kindersoldaten und die Gefahr für Zivilisten machten den Einsatz "komplizierter ", sagte der malische Armeevertreter. Bereits am Dienstag hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch die Islamisten aufgefordert, unverzüglich auf den Einsatz von Kindersoldaten zu verzichten.

Quelle: n-tv.de

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