Politik
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Unverständliches Behördendeutsch: Deutsche verstehen Steuerbescheide nicht

Ein Armutszeugnis für den Fiskus: Für die Hälfte der Deutschen ist ihr Steuerbescheid ein Rätsel. Das ergibt eine Umfrage. Und es kommt noch schlimmer. Denn die künftige Steuererklärung wird wohl noch komplizierter.

Der Steuerbescheid vom Finanzamt gibt fast jedem zweiten Deutschen Rätsel auf. Bei einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag der "Welt am Sonntag" gaben knapp 45 Prozent der Befragten an, sie könnten mit der Post vom Finanzamt wenig anfangen. 42 Prozent der befragten Männer sagten, sie würden ihren Steuerbescheid so gut wie gar nicht verstehen. Bei den Frauen sagten sogar 48 Prozent, der Bescheid gebe ihnen Rätsel auf. Die GfK befragte insgesamt 1068 Menschen.

Der Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, sagte zu diesem Ergebnis: "Das Finanzamt legt mehr Wert auf Akkuratesse denn auf Anschauung." Und es gibt schlechte Nachrichten: Denn der Experte rechnet damit, dass sich dieses Problem in den nächsten Jahren noch verschlimmern werde: "Die digitale Steuererklärung führt erst einmal dazu, dass alles noch komplizierter wird."

Staat will noch mehr Daten haben

Bei der digitalen Steuererklärung sollen künftig Computer einen großen Teil der Steuererklärungen bearbeiten. Damit die Rechner aber mit der Komplexität des Steuerrechts umgehen könnten, müsse der Staat im Vorfeld noch mehr Daten von den Steuerzahlern abgreifen, gab Eigenthaler zu bedenken.

Schon jetzt seien die Vordrucke mit ihren vielen Abfragen viel zu komplex geworden. Die Bürger müssten zwar nur fünf bis zehn Prozent der gesamten Steuererklärung ausfüllen. Dennoch werde das Dokument immer undurchsichtiger, weil die Zahl der auszufüllenden Felder und Anlagen insgesamt zunehme. "Die Steuerzahler erstellen nach besten Wissen und Gewissen ihre Steuererklärung. Aber in der Regel unterschreiben sie etwas, was sie gar nicht verstehen", so der Experte.

Quelle: n-tv.de

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