Politik
Martin Erdmann bekommt von Ankara auf seine Anfragen keine Antworten mehr.
Martin Erdmann bekommt von Ankara auf seine Anfragen keine Antworten mehr.(Foto: imago/Wolf P. Prange)
Donnerstag, 28. Juli 2016

Ärger über Völkermord-Resolution: Deutscher Botschafter in Ankara kaltgestellt

Das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei ist seit Monaten angespannt. Zuerst wird der deutsche Botschafter in Ankara wegen der Böhmermann-Affäre und der Völkermord-Resolution mehrmals ins Außenministerium zitiert. Jetzt ist der Kontakt offenbar eingestellt.

Seit der Völkermord-Resolution des Bundestags zu den Massakern an den Armeniern empfängt die türkische Regierung den deutschen Botschafter in Ankara nicht mehr. Botschafter Martin Erdmann bekomme seit dem Bundestagsbeschluss am 2. Juni keine Termine im Außenministerium oder in anderen Regierungsstellen mehr, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Anfragen würden nicht beantwortet. Deutsche Diplomaten unterhalb der Botschafterebene erhielten zwar gelegentlich noch Termine. Außenminister Mevlüt Cavusoglu persönlich müsse aber jedes einzelne Treffen billigen.

Die Armenier-Resolution hat zu einem schweren Zerwürfnis zwischen Deutschland und der Türkei geführt. Die Staatsführung in Ankara kündigte einen "Aktionsplan" an. Nach der Verabschiedung der Resolution hatte die Türkei ihren Botschafter aus Berlin zurückgezogen und den Geschäftsträger der deutschen Botschaft einbestellt, Martin Erdmann wurde mehrmals ins Außenministerium in Ankara zitiert.

Einem Staatssekretär des Bundesverteidigungsministeriums und Parlamentariern verweigerte die türkische Regierung danach einen Besuch der Bundeswehr-Soldaten auf dem Stützpunkt Incirlik. Eine weitere Reise von Abgeordneten des Verteidigungsausschusses nach Incirlik ist für den Herbst geplant, von der türkischen Seite bislang aber nicht genehmigt worden.

Quelle: n-tv.de

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