Politik

US-Haft in AfghanistanDeutscher unter Terrorverdacht

02.09.2010, 12:56 Uhr
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Anschluss gesucht: Der Deutsche wollte sich offenbar von radikalen Islamisten in Afghanistan ausbilden lassen. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Seit Wochen befindet sich ein Deutscher in Afghanistan in US-amerikanischer Gefangenschaft. Er soll zu einer Gruppe Hamburger Islamisten gehören, die sich in Terrorcamps ausbilden lassen wollten. Sie sollen sich in der Moschee kennengelernt haben, in der bereits die Attentäter vom 11. September gebetet hatten.

Ein unter Terrorverdacht stehender Deutscher wird seit mehreren Wochen von US-Sicherheitskräften in Afghanistan festgehalten. Das bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Die Bundesregierung bemühe sich bei der US-Regierung um konsularische Betreuung des Mannes.

Nach Informationen der Tageszeitung "taz" gehörte der Mann einer Gruppe von Hamburger Islamisten an, die im März 2009 in das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet gereist waren, um sich dort in Terrorcamps ausbilden zu lassen. Das Blatt beruft sich auf die Hamburger Innenbehörde, nach der sich die Gruppe vor dem Aufbruch in den Dschihad in der ehemaligen Al-Quds-Moschee getroffen. Dort hatten auch die Attentäter vom 11. September 2001 gebetet. Vor drei Wochen wurde die Moschee geschlossen und der Trägerverein Taiba verboten.

Im Drohvideo aufgetaucht

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"Abu Askar" in dem Video vom Oktober 2009. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Dem Bericht zufolge bestand die Gruppe aus neun Männern und zwei Frauen, von denen drei aber bereits schnell wieder nach Deutschland zurückgeschickt worden waren. Zu der Gruppe gehörte offenbar auch der Deutsch-Syrer Rami M, der in Pakistan mit einer Burka verkleidet gefasst und nach einigen Wochen Haft nach Deutschland überstellt worden war.

Ein weiteres Mitglied der Gruppe soll nach Angaben der Zeitung der gebürtige Iraner Shahab D. aus Hamburg. Er war am 3. Oktober 2009 als "Abu Askar" in einem Drohvideo der Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU) aufgetaucht. Zusammen mit seiner Freundin und weiteren Reisenden aus Hamburg soll er sich der deutschen Kolonie der IBU um die Bonner Brüder Yassin und Mounir Chouka angeschlossen haben.

Die IBU verübt - teilweise zusammen mit regionalen Taliban-Gruppen - Terroranschläge auf pakistanische Sicherheitskräfte und Mitglieder der in Afghanistan stationierten internationalen NATO-Schutztruppe ISAF.

Quelle: tis/dpa