Politik

Hilferufe aus deutschen Schulen: Deutschfeindlichkeit nimmt zu

An Schulen in Deutschland wird immer mehr Deutschfeindlichkeit registriert. Verbale Attacken auf Schüler und Lehrer sind längst keine Ausnahmen mehr. Das ruft die Integrationsbeauftrage der Bundesregierung auf den Plan: Maria Böhmer will jetzt Schulen mit einem hohen Migrantenanteil unterstützen. Zudem soll die Sprachförderung von Kindern verbessert werden.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), hat Maßnahmen gegen Deutschenfeindlichkeit Schulen angemahnt. "Wir müssen die Berichte von Schulen wie in Berlin ernst nehmen: Es sind offensichtlich keine Einzelfälle mehr, dass sich Schüler und Lehrer deutschfeindliche Äußerungen anhören müssen", sagte Böhmer der "Passauer Neuen Presse". "Wenn sich Schüler nicht mehr auf den Pausenhof trauen oder wenn Lehrer eingeschüchtert werden", könne man das nicht hinnehmen.

Deutsch sei Schulsprache - "das muss eine Selbstverständlichkeit sein". Wenn eine Sprache gesprochen werde, verhindere dies Konflikte, die durch Ausgrenzung oder Missverständnisse entstünden, so Böhmer. Schulen mit einem hohen Migrantenanteil müssten intensiver unterstützt werden. "Sie brauchen mehr Geld, mehr Lehrer und Schulsozialarbeiter sowie mehr Zeit, damit sie Ganztagsunterricht anbieten können." Hilfreich seien auch Initiativen vor Ort wie Integrationslotsen oder die Berliner Stadtteilmütter, die Migranten aus der Isolation herausholen und ihnen das deutsche Bildungssystem näher bringen sollen, sagte die CDU-Politikerin.

Geld für tausende Erzieherstellen

Parallel zum Vorhaben der Ausländerbeauftragten will Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) mit 4000 neuen Erzieherstellen die Sprachförderung von Kindern unter drei Jahren deutlich verbessern. Die Ministerin sagte der "Saarbrücker Zeitung": "Wir werden von 2011 an vier Jahre lang insgesamt 440 Millionen Euro zusätzlich in die frühkindliche Bildung und in die Sprachförderung investieren."

Immer öfter gebe es Sprachdefizite, "übrigens nicht nur bei Kindern mit Migrationshintergrund, sondern immer häufiger auch bei Kindern aus deutschen Familien", sagte Schröder. Mit dem Geld werde daher in bundesweit 4000 Kitas in sozialen Brennpunkten jeweils eine neue Halbtagsstelle für einen Erzieher oder eine Erzieherin finanziert, "die sich ausschließlich um die Sprachförderung der Kinder kümmern". Jede Kita, die teilnehme, erhalte somit ein Budget von 25.000 Euro für zusätzliches Fachpersonal, sagte die Ministerin. Die Förderung solle nur da angesetzt werden, wo es notwendig ist.

Quelle: n-tv.de

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