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Finnland, die Niederlande und Norwegen belegen bei der Pressefreiheit die Spitzenpositionen, Deutschland rangiert in Europa im Mittelfeld.
Finnland, die Niederlande und Norwegen belegen bei der Pressefreiheit die Spitzenpositionen, Deutschland rangiert in Europa im Mittelfeld.(Foto: dpa)

Rangliste der Pressefreiheit: Deutschland fällt auf Platz 17

Wo ist die Pressefreiheit am größten? Welche Länder sind für Journalisten am gefährlichsten? Die neue Rangliste von Reporter ohne Grenzen gibt Antworten. Nicht nur die deutsche Presse wird in diesem Jahr abgestraft von der Organisation.

Rangliste der Pressefreiheit 2012
PlatzLandzu 2011
1Finnland0 (1)
2Niederlande+1 (3)
3Norwegen-2 (1)
4Luxemburg+2 (6)
5Andorrak.A.
6Dänemark+4 (10)
...  
17Deutschland-1 (16)
...  
75Malawi+71 (146)
...  
99Mali-74 (25)
...  
177Turkmenistan0 (177)
178Nordkorea0 (178)
179Eritrea0 (179)

Deutschland steht in einer weltweiten Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen auf Platz 17. "Problematisch ist hier vor allem die abnehmende Vielfalt der Presse", kritisierte die Organisation in Berlin. Aus Geldmangel arbeiteten immer weniger Zeitungen mit eigener Vollredaktion, mehrere Redaktionen seien 2012 komplett geschlossen worden. Deutschland rangiert demnach bei der Pressefreiheit weiter auf einer mittleren Position innerhalb Europas.

An der Spitze der bis November 2012 erhobenen internationalen Rangliste mit 179 Ländern stehen Finnland, die Niederlande und Norwegen. Schlusslichter sind unverändert Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan. Kein Land habe sich so sehr verschlechtert wie Mali (Platz 99), das einmal Vorreiter der Pressefreiheit in Afrika gewesen sei, schreibt Reporter ohne Grenzen. Japan sei in Folge seiner restriktiven Informationspolitik nach der Atomkatastrophe von Fukushima auf Platz 53 abgerutscht.

Verbessert haben sich Malawi (75), die Elfenbeinküste (96), Afghanistan (128) und Birma (151). Somalia (175) war 2012 laut Reporter ohne Grenzen nach Syrien (176), wo alle Konfliktparteien Journalisten ins Visier nehmen, das gefährlichste Land für Journalisten. Drohungen, Anschläge und Morde sind dort an der Tagesordnung.

Kritik an Ungarn und der Türkei

Zwei Jahre nach Beginn des Arabischen Frühlings wird die Pressefreiheit nach Angaben von Reporter ohne Grenzen in vielen Ländern der Region weiter mit Füßen getreten. In Ägypten werden Journalisten und Blogger nach wie vor häufig angegriffen, verhaftet oder vor Gericht gestellt. Zwar sei das Ausmaß der Gewalt dort geringer als zu Beginn der Umwälzungen 2011. Die neue Verfassung enthalte aber Regelungen, welche die Pressefreiheit gefährdeten.  Ägypten landete in der Rangliste auf Platz 158 und damit auf einem der hinteren Plätze. Wenig besser schnitten Tunesien (Platz 138) ab, wo Reporter ohne Grenzen eine zeitweise Zunahme von Angriffen auf Journalisten vermeldete. Libyen konnte seine Platzierung demnach um 23 Plätze auf Rang 131 verbessern.

In Europa verschlechterte sich die Lage in Ungarn (56). Dort sei seit den umstrittenen Mediengesetzen Selbstzensur in den Redaktionen verbreitet. In der Türkei (154) säßen seit dem Ende des Militärregimes 1983 noch nie so viele Journalisten im Gefängnis wie heute, kritisiert die Organisation. Auf große Defizite wies die Organisation auch in Italien (57) und Griechenland (84) hin.

Was Deutschland angeht, so hat Reporter ohne Grenzen beobachtet, dass Unternehmen und PR-Agenturen steigende Summen dafür ausgeben, um ihre Inhalte in den Medien unterzubringen. Positiv hervorzuheben sei ein neues Bundesgesetz vom August 2012, das Journalisten stärker vor Durchsuchungen schütze. In der Liste steht Deutschland hinter Tschechien, Irland, der Schweiz, Jamaika und Österreich. Untersucht werden weltweit Faktoren wie der Zugang zu Informationen, Repressalien, Gewalt gegen Journalisten, Medienvielfalt und -Gesetze, Internetzugang und -Zensur.

Quelle: n-tv.de

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