Donnerstag, 22. Dezember 2011
Griechen und Spanier kommen: Deutschland gewinnt in der Krise
Die Euro-Krise treibt vor allem Griechen und Spanier in das wirtschaftsstarke Deutschland. Die Zuwanderung aus beiden Ländern verdoppelt sich innerhalb von wenigen Monaten. Der leichtere Zugang auf den Arbeitsmarkt macht Deutschland zudem für Menschen aus Osteuropa attraktiv, deren Länder erst jüngst der EU beigetreten sind.
(Foto: picture alliance / dpa)
Die Schuldenkrise in Griechenland hat offenbar dazu geführt, dass viele Griechen oder in Griechenland lebende Menschen anderer Nationalität nach Deutschland umgezogen sind: Im ersten Halbjahr diesen Jahres verdoppelte sich die Zahl der Zuwanderer aus Griechenland nahezu, teilte das Statistische Bundesamt mit. Demnach wanderten von Januar bis Ende Juni 8890 zuletzt in Griechenland gemeldete Menschen nach Deutschland ein, das sind 4100 Menschen oder 84 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010.
Nach Angaben der Statistiker ist auffällig, dass auch die Zuwanderung aus dem ebenfalls stark überschuldeten Spanien kräftig anstieg – sie erhöhte sich um 49 Prozent auf 7257 Zuwanderer. Deutschland verzeichnete insgesamt ein kräftiges Plus bei der Zuwanderungsbilanz. So zogen im ersten Halbjahr 435.000 Menschen zu. Dies waren 68.000 Menschen oder 19 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010.
Deutschlands Bevölkerung wächst
Zugleich nahm die Zahl der Fortzüge um 6000 ab. Damit kamen 135.000 Menschen mehr nach Deutschland als wegzogen – im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 bedeutete dies einen Anstieg um 74.000 oder 122 Prozent. In den Jahren 2008 und 2009 waren noch mehr Menschen aus Deutschland weggezogen als zuzogen.
Von den 435.000 Zugezogenen hatten 381.000 eine ausländische Nationalität. Dies waren 67.000 oder 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Zuzüge von Menschen mit deutscher Nationalität blieb dagegen mit rund 54.000 gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant.
Außer aus Griechenland und Spanien stieg vor allem die Zahl der Einwanderer aus den ost- und mitteleuropäischen Ländern an, die in den vergangenen Jahren der Europäischen Union beigetreten sind. Dies dürfte den Statistikern zufolge am Wegfall der Einschränkungen zum Arbeitsmarktzugang liegen.
dpa
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