Politik
400 bis 600 Bundeswehrsoldaten sollen in Litauen stationiert werden.
400 bis 600 Bundeswehrsoldaten sollen in Litauen stationiert werden.(Foto: imago/Rainer Unkel)
Mittwoch, 26. Oktober 2016

Bundeswehrsoldaten nach Litauen: Deutschland treibt Aufrüstung im Osten an

Rund 1000 Mann stark soll die Truppe dauerhaft in Litauen stationierter Nato-Soldaten sein. Den größten Teil des Verbandes stellt die Bundeswehr. Eine Provokation will Verteidigungsministerin von der Leyen in der Stationierung nicht sehen.

Deutschland und andere Nato-Staaten treiben die Aufrüstungspläne für Osteuropa voran. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kündigt an, dass der von der Bundeswehr angeführte Verband für Litauen aus rund 1000 Soldaten bestehen wird. "Deutschland wird daran den größten Anteil tragen", ergänzte sie am Rande von Beratungen mit Bündniskollegen. Nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium hat Deutschland zugesagt, zwischen 400 und 600 Soldaten für die multinationale Kampftruppe zur Verfügung zu stellen. Die ersten sollen im Februar kommenden Jahres in Richtung Litauen aufbrechen. Unterstützung wird wechselnd aus Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Norwegen, Kroatien und Luxemburg kommen.

Die jüngsten Aufrüstungspläne der Nato sind eine weitere Reaktion auf die Ukrainekrise und die Angst östlicher Mitgliedsländer vor einem russischen Angriff. Vor allem die baltischen Staaten und Polen fühlen sich bedroht, seit sich der große Nachbar 2014 die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim einverleibte. Beim Bündnisgipfel im Juli war deswegen beschlossen worden, mehrere Tausend Soldaten nach Polen und in die baltischen Staaten Litauen, Estland und Lettland zu schicken. Die Führungsnationen sind Deutschland in Litauen, Großbritannien in Estland, die USA in Polen und Kanada in Lettland.

Die geplante Stärke der vier Kampfverbände nannte von der Leyen "genau angemessen" und "defensiv". Sie sei ein klares Zeichen, dass ein Angriff auf ein Land als ein Angriff auf alle 28 Nato-Staaten wahrgenommen würde. Russland sieht die Truppenstationierung als Provokation.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen