RinderwahnDie BSE-Krise in Zahlen
Kosten in Milliardenhöhe, fast eineinhalb Millionen BSE-Tests und mehrere tausend gekeulte Rinder: Die BSE-Krankheit in Deutschland hatte drastische Folgen für Landwirte, Handel, Politik, Industrie und Verbraucher. Folgende Zahlen illustrieren das Ausmaß der BSE-Krise:
Kosten: Die Folgekosten der BSE-Krise werden für 2001 und 2002 auf bis zu zwei Mrd. DM geschätzt. Darin sind enthalten: Beteiligung des Bundes an EU-Ankaufaktion (362 Mio. DM), Zahlungen an EU-Haushalt wegen BSE-Mehrkosten (500 Mio. DM). Nach Länderrechnung außerdem: Kosten für BSE-Tests (198 Mio. DM), laufende Entsorgung von Schlachtabfällen und Risikomaterial (370 Mio. DM), Entsorgung von Tiermehl (140 Mio. DM), sonstige Kosten und Hilfsprogramme (408 Mio. DM). Der Bund will gut 900 Mio DM der BSE-Kosten übernehmen.
BSE-Tests: Mehr als 1,4 Millionen Tests an Schlachtrindern über 24 Monaten sowie an notgeschlachteten oder verendeten Tieren wurden in Deutschland seit Beginn der Krise vorgenommen. Dabei wurden nur etwa 30 BSE-Fälle bei Schlachtrindern festgestellt. Die meisten BSE-Erkrankungen wurden bei verendeten oder wegen Krankheitserscheinungen Erkrankungen wurden bei verendeten oder wegen Krankheitserscheinungen notgeschlachteten Tieren diagnostiziert. Ein BSE-Test kostet 80 bis 120 DM.
Keulungen: Rund 7.200 Rinder wurden nach Schätzungen des Verbraucherministeriums im Zusammenhang mit der BSE-Krise gekeult. Während zunächst der gesamte Bestand bei einem BSE-Fall getötet werden musste, gilt seit mehreren Wochen eine weniger strenge Verordnung, wonach nur noch bestimmte Rinder-Jahrgänge sterben müssen.
EU-Ankaufsprogramm: Zur Entlastung des wegen BSE zeitweise zusammengebrochenen Rindfleischmarktes beteiligt sich Deutschland an einem EU-weiten Ankaufprogramm für ältere Rinder. Im ersten Programm, das die Vernichtung des Fleisches vorschrieb, wurden nach Angaben des Verbraucherministeriums nur 89.000 Rinder statt der erwarteten 400.000 geschlachtet und vernichtet. In dem Ende Mai angelaufenen Folgeprogramm, bei dem das Fleisch auch eingelagert werden oder in Notgebiete verschenkt werden darf, wurden bislang etwa 24.000 Rinder geschlachtet.
Hilfe für Nordkorea: Die Bundesregierung hatte im Frühjahr zugesagt, insgesamt 18.000 Tonnen Fleisch aus dem zweiten EU-Herauskaufprogramm in drei Tranchen als Nothilfe nach Nordkorea zu liefern. Im August standen nach Angaben des Verbraucherministeriums erst etwa 5000 Tonnen Rindfleisch zur Verfügung. Monatlich könnten 6000 Tonnen Rindfleisch in Nordkorea aufgenommen und verteilt werden.(www.verbraucherministerium.de)