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Eine junge Mutter wartet mit ihren Töchtern auf die Abfahrt aus Horliwka. Die Stadt wird von Separatisten gehalten, jetzt drohen neue Kämpfe mit der ukrainischen Armee.
Eine junge Mutter wartet mit ihren Töchtern auf die Abfahrt aus Horliwka. Die Stadt wird von Separatisten gehalten, jetzt drohen neue Kämpfe mit der ukrainischen Armee.(Foto: dpa)

Separatisten in der Ukraine: Die Uno nennt es "Schreckensherrschaft"

Folter, Exekutionen, Entführungen und immer mehr zivile Todesopfer. Ein UN-Bericht klagt rücksichtslose Methoden der Machtsicherung der Separatisten an. Der Abschuss der malaysischen Passagiermaschine könnte als Kriegsverbrechen geahndet werden.

Die Bevölkerung der Ostukraine leidet nach UN-Angaben unter einer Schreckensherrschaft prorussischer Separatisten. Um ihre Macht zu sichern, würden die bewaffneten Gruppen Menschen entführen, einsperren, foltern und exekutieren, heißt es in einem in Genf veröffentlichten Bericht des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte.

Der mutmaßliche Abschuss des malaysischen Flugzeugs vor knapp zwei Wochen mit 298 Toten könnte nach Einschätzung der Uno sogar ein Kriegsverbrechen darstellen. "Dieser Verstoß gegen internationales Recht könnte unter den derzeitigen Umständen einem Kriegsverbrechen gleichkommen", erklärte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay. Es werde alles unternommen, um die Verantwortlichen für den Absturz der Passagiermaschine vor Gericht zu bringen.

Seit Mitte April wurden laut UN in dem Konflikt mindestens 1129 Menschen getötet und mehr als 3400 verletzt. Die straff organisierten und militärisch stark ausgerüsteten Rebellen hätten ihre Herausforderung der ukrainischen Regierung weiter intensiviert, heißt es in dem Bericht. Regierungstruppen hätten mit verstärkten Angriffen reagiert.

Kämpfen in besiedelten Gegenden seien zahlreiche Zivilisten zum Opfer gefallen, Tausende seien geflohen. "Beide Seiten müssen verhindern, dass noch mehr Zivilisten getötet werden", forderte Hochkommissarin Pillay. In einem UN-Bericht vom 18. Juni lag die Zahl der seit April Getöteten noch bei 356.

Das Vorgehen sowohl der Separatisten, als auch der Armee müsse unter Umständen als Verletzung des humanitären Völkerrechts eingestuft und verfolgt werden. Bei Kämpfen in Donezk und Lugansk hätten beide Seiten schwere Waffen in bewohnten Gegenden eingesetzt, darunter Artillerie, Panzer und Raketen.

Quelle: n-tv.de

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