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Priesteranwärter des Erzbistums Freiburg falten  im Münster in Freiburg während ihrer Weihe zum Priester die Hände.
Priesteranwärter des Erzbistums Freiburg falten im Münster in Freiburg während ihrer Weihe zum Priester die Hände.(Foto: picture alliance / dpa)

Priesteramt auch für Verheiratete: Dramatischer Appell an Bischöfe

Angesichts des Priestermangels in Deutschland fordern mehrere namhafte katholische CDU-Politiker die Weihe auch für verheiratete Männer. In einem Brief bitten sie die deutschen Bischöfe "dringend", sich beim Papst dafür einzusetzen. Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage ohne eine Veränderung der Zulassungsbedingungen zum Priesteramt haben die Politiker nicht.

Namhafte CDU-Politiker haben an die deutschen Bischöfe appelliert, beim Vatikan auf eine Lockerung der Zölibatspflichten zu drängen. In einem Brief, aus dem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert, sprachen sie sich energisch dafür aus, auch verheiratete Männer zu Priestern zu weihen. Zu den Verfassern gehören demnach Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundesbildungsministerin Annette Schavan und die Ex-Ministerpräsidenten Dieter Althaus, Bernhard Vogel (Thüringen) sowie Erwin Teufel (Baden-Württemberg).

Alle Gründe, an derEhelosigkeit von Priestern festzuhalten, wögen nicht so schwer wie "die Not vieler priesterloser Gemeinden, in denen die sonntägliche Messefeier nicht mehr möglich ist", zitierte die FAZ aus dem Schreiben der prominenten katholischen Laien. Die deutschen Bischöfe sollten sich daher in Rom und innerhalb der Weltkirche "dringend" für die Zulassung sogenannter "viri probati" ("bewährte Männer") zum Priesteramt einsetzen.

Zur Unterstützung ihres Vorstoßes verwiesen sie in dem Brief der Zeitung zufolge auch auf eine schriftliche Äußerung von Papst Benedikt XVI. aus dem Jahr 1970. Als Theologieprofessor hatte dieser demnach damals argumentiert, die Kirche der Zukunft werde "klein" sein, neue "Formen des Amtes" kennen und deshalb auch "bewährte Christen, die im Beruf stehen" zu Priestern weihen.

Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage ohne eine Veränderung der Zulassungsbedingungen zum Priesteramt hegen die CDU-Politiker nicht. "Eine Reform der Gemeindestrukturen allein kann nicht die einzige Reaktion auf den Priestermangel sein", schreiben die Verfasser des Briefes. Zudem nehme die Zahl der Priesteramtskandidaten auf niedrigem Niveau weiter ab.

Der Zölibat (vom lateinischen caelebs = unverheiratet) als Ehelosigkeit für Priester wird in mehreren Religionen gefordert. Im Christentum hat er seinen Ursprung im 4. Jahrhundert.

Quelle: n-tv.de

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