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Alle 250 Stunden ein Unglück: Die Drohne Luna ist besonders gut in Bruchlandungen.
Alle 250 Stunden ein Unglück: Die Drohne Luna ist besonders gut in Bruchlandungen.(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Unfall pro 250 Flugstunden: Drohnen-Abstürze kosten 100 Millionen

Die Bundeswehr und die Drohnen - das ist keine Liebesbeziehung. Nicht nur das Dilemma um den "Euro Hawk" sorgt für Verstimmung. Nun wird bekannt: Abgestürzte und verunfallte Drohnen verursachten in zehn Jahren mehr als 100 Millionen Euro Schaden.

Die Bundeswehr hat durch Drohnenverluste einen Gesamtschaden von 109 Millionen Euro erlitten. Dies geht aus einer Kostenberechnung des Verteidigungsministeriums hervor. Das Ministerium fertigte diese auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag an. 137 Drohnen sind demnach seit 2003 durch Abstürze und Bruchlandungen verloren gegangen oder als vermisst eingestuft worden.

Die mittelgroßen Drohnen der Typen Luna und KZO verzeichnen die höchste Unfallquote, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf die Angaben des Verteidigungsministeriums errechnete. Alle 250 Flugstunden verunglückt demnach im Durchschnitt eine Drohne dieses Typs.

US-Drohnen sind verlässlicher

Diese Werte lägen weit über denen von US-Modellen, heißt es in der Zeitung. Eine Predator-Drohne etwa verunglückt im Schnitt alle 11.000, eine Reaper-Drohne alle 12.500 Flugstunden. Auch die deutschen Instandhaltungs- und Betriebskosten sind demnach vergleichweise hoch: Bei der Luna kostet eine Flugstunde 6000 Euro, beim KZO 14.000 Euro.

Der Linken-Verteidigungspolitiker Andrej Hunko kritisierte die Informationspolitik der Bundesregierung zu den Drohnenabstürzen. "Das Parlament wurde hierzu wissentlich belogen", erklärte Hunko in Berlin. Als das herausgekommen sei, seien die Totalschäden als "systemkonforme Landung" bagatellisiert worden.

Er gehe davon aus, dass die Abgeordneten auch beim geplanten Kauf von Kampfdrohnen über Details im Unklaren gelassen würden, wo noch in diesem Monat ein Angebot aus den USA erwartet werde. "Die Aktivitäten hinter den Kulissen sind nicht akzeptabel", kritisierte der Abgeordnete.

Quelle: n-tv.de

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