Politik
Der philippinische Staatspräsident Rodrigo Duterte scherzt über Vergewaltigungen.
Der philippinische Staatspräsident Rodrigo Duterte scherzt über Vergewaltigungen.(Foto: picture alliance / Aaron Favila/)
Sonntag, 28. Mai 2017

Andere Regeln durch Kriegsrecht: Duterte motiviert Soldaten zu Vergewaltigung

Der Süden der Philippinen wird von islamistischen Rebellen hart umkämpft. Staatspräsident Duterte hat deshalb das Kriegsrecht verhängt. Seinen Soldaten erklärt er, was damit gemeint ist - und stiftet sie mit einem üblen Scherz zu Vergewaltigungen an.

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat seine Soldaten in einer Rede darauf aufmerksam gemacht, dass sie unter Kriegsrecht ungestraft Vergewaltigungen begehen dürfen. In der Region Mindanao im Süden der Philippinen erklärte Duterte seinen Truppen, die derzeit dort gegen Islamisten kämpft, welche Auswirkungen das von ihm am Dienstag verhängte Kriegsrecht habe.

"Macht einfach euren Job, ich kümmer mich um alles andere", sagte er laut US-Nachrichtensender CNN. Zwar warnte Duterte seine Truppen davor, Vergewaltigungen zu begehen, stiftete sie im nächsten Satz allerdings mit einem Scherz dazu an: "Wenn ihr drei Leute vergewaltigt, werde ich sagen, dass ich es war."

Tausende Philippiner fliehen aus ihrem Heimatort Marawi.
Tausende Philippiner fliehen aus ihrem Heimatort Marawi.(Foto: picture alliance / Bullit Marque)

Marawi wird seit Tagen von islamistischen Rebellen terrorisiert. Bei den Gefechten zwischen Regierungstruppen und islamistischen Rebellen sind in der südphilippinischen Stadt Marawi nach offiziellen Angaben 18 Zivilisten ums Leben gekommen. Acht Männerleichen seien am Sonntagmorgen in einer Schlucht unweit eines Kontrollpostens des Militärs gefunden worden, teilte die örtliche Polizei mit.

Einwohner sollen sich in Häusern verschanzen

Nahe der Universität habe man zudem die Leichen von drei Frauen, einem Kind und vier weiteren Männern geborgen. In einem von den Rebellen eroberten Krankenhaus seien zwei Mitarbeiter getötet worden. Nach Angaben des Militärs kamen in den Gefechten auf der Insel Mindanao bislang mehr als 100 Menschen ums Leben, davon mindestens 61 Rebellen. Zudem starben 13 Soldaten und 4 Polizisten.

"Wir tun unser Bestes, um die Gegend so schnell wie möglich zu räumen", erklärte ein hochrangiges Militärmitglied am Samstag. "Wir entschuldigen uns bei unseren muslimischen Brüdern für die Störung am ersten Tag des Ramadans."

Schätzungen zufolge sind bis zu 90 Prozent der mehr als 200.000 Einwohner Marawis auf der Flucht. Mehr als 2000 Bürger sollen in besonders umkämpften Bezirken der Stadt in der Falle sitzen. Ihnen könne derzeit nicht geholfen werden, sagte Provinzsprecher Zia Alonto Adiong. Er rief die Bedrängten dazu auf, sich in ihren Häusern zu verschanzen.

Die Islamisten gehören überwiegend zur lokalen Terrorgruppe Maute, die der in Syrien, dem Irak und anderen Staaten aktiven Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen hat.

Quelle: n-tv.de

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