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Auf der Insel Kos leben Flüchtlinge unter katastrophalen Bedingungen: die 470 Millionen aus Brüssel werden in Griechenland dringend gebraucht.
Auf der Insel Kos leben Flüchtlinge unter katastrophalen Bedingungen: die 470 Millionen aus Brüssel werden in Griechenland dringend gebraucht.(Foto: AP)

Beschämende Lage in Griechenland: EU gibt Milliarden für Flüchtlingshilfe

Mehr als 220.000 Flüchtlinge kommen seit Jahresbeginn übers Mittelmeer. Griechenland ist damit restlos überfordert, die Zustände für Flüchtlinge sind katastrophal. Geld aus Brüssel soll auch nach Spanien und Italien fließen.

Angesichts der zunehmenden Zahl von Flüchtlingen in Europa hat die EU-Kommission Hilfen in Höhe von insgesamt 2,4 Milliarden Euro für verschiedene EU-Mitgliedstaaten zugesagt. Damit sollten die Möglichkeiten zur Aufnahme der Flüchtlinge sowie für die Sicherung der Grenzen verbessert werden, teilte eine Kommissionssprecherin mit.

Hauptprofiteure seien Italien mit 558 Millionen Euro, Spanien mit 521,8 Millionen Euro und Griechenland mit mehr als 470 Millionen Euro. Außerdem erhalten 16 weitere EU-Staaten Hilfen. Deutschland ist nicht darunter. Berlin hatte allerdings bereits zu einem früheren Zeitpunkt EU-Hilfen zugesagt bekommen.

Länder müssen Projekte präsentieren

Die ersten Auszahlungen sollen schnell erfolgen, sagte die Sprecherin. Die Gelder seien an konkrete Projekte gebunden, die von den jeweiligen Ländern präsentiert werden müssten. Die Gelder werden für den Zeitraum bis 2020 gewährt und stammen aus dem europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) sowie aus dem Fonds für die innere Sicherheit (ISF). Insgesamt stehen aus den beiden Fonds bis 2020 rund sieben Milliarden Euro zur Verfügung.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte in der vergangenen Woche zugesagt, Maßnahmen zur Verbesserung bei der Aufnahme von Flüchtlingen zu ergreifen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hatte "beschämende" Zustände in Griechenland beklagt und eine umgehende Reaktion gefordert. Nach UN-Angaben kamen zwischen Januar und Juli allein in Griechenland bereits 124.000 Flüchtlinge an.

Quelle: n-tv.de

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