Politik

Präsidentenwahl in Ägypten: El Baradei gibt frustriert auf

Der politische Umsturz in Ägypten bringt für Friedensnobelpreisträger El Baradei nicht die erhoffte Wende zur Demokratie. Der Militärrat walte so, als wäre das alte Regime noch im Amt. Er könne es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren, in einem solchen System als Präsidentschaftskandidat anzutreten.

Der ehemalige Chef der Atomenergiebehörde IAEA, Mohammed el Baradei will nicht Präsident des neuen Ägypten werden.
Der ehemalige Chef der Atomenergiebehörde IAEA, Mohammed el Baradei will nicht Präsident des neuen Ägypten werden.(Foto: dpa)

Friedensnobelpreisträger Mohammed el Baradei scheidet im Rennen um das Präsidentenamt in Ägypten aus. Der frühere Direktor der Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) äußerte sich am Samstag in einer Erklärung enttäuscht über die Entwicklung des nordafrikanischen Landes seit dem Sturz von Ex-Präsident Husni Mubarak.

Der Militärrat, der Ägypten seit dem Ende der Ära Mubarak im Februar regiert, verfolge den alten Weg, als ob es keine Revolution gegeben hätte und als ob das alte Regime noch immer nicht gefallen sei, betonte El Baradei. Als Präsidentschaftskandidat in einem nicht wirklich demokratischen System aufzutreten, könne er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren, sagte er weiter. Bis Ende Juni soll in Ägypten ein neuer Präsident gewählt werden.

El Baradei galt insbesondere in westlichen Ländern als Hoffnungsträger für Ägypten. Ein Großteil der ägyptischen Bevölkerung blieb ihm gegenüber allerdings skeptisch. Der Friedensnobelpreisträger sei zu lange im Ausland gewesen, verstehe die Menschen im Land nicht, hieß es.

El Baradei versprach, sich weiter für die Jugendbewegung einzusetzen. Er sei überzeugt, dass die ägyptische Jugend weiter für eine bessere Zukunft kämpfen werde.

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Quelle: n-tv.de

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