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Douma bei Damaskus wurde durch die Kämpfe stark zerstört.
Douma bei Damaskus wurde durch die Kämpfe stark zerstört.(Foto: REUTERS)

Westen will Chemiewaffen sichern: Eliteeinheiten sickern in Syrien ein

Fallschirmjäger der Fremdenlegion und US-Wüstenspezialisten sollen einem Medienbericht zufolge an den syrischen Grenzen für Kommandoeinsätze bereitstehen. Sie sollen Chemiewaffen vor dem möglichen Zugriff von Islamisten schützen.

Französische und US-amerikanische Eliteeinheiten bereiten sich nach Medieninformationen an der jordanisch-syrischen Grenze auf Kommandoeinsätze in Syrien vor. Die Soldaten sollen bei einem Zusammenbruch der Regierung von Baschar al-Assad Chemiewaffenlager vor Plünderungen durch islamistische Aufständische schützen, berichtete der "Focus" unter Berufung auf einen Nato-Offizier.

Die Lage der syrischen Flüchtlinge wird mit dem Wintereinbruch dramatisch - vor allem Kinder sind davon betroffen.
Die Lage der syrischen Flüchtlinge wird mit dem Wintereinbruch dramatisch - vor allem Kinder sind davon betroffen.(Foto: REUTERS)

Fallschirmjäger der französischen Fremdenlegion hätten in den vergangenen Monaten mehrmals Spähtrupps von Jordanien aus nach Syrien geschickt. Zur Tarnung habe man ein Feldlazarett für Flüchtlinge im jordanischen Al Mafraq bewacht, sagte ein Leutnant des 2. Fallschirmjägerregiments. Die Fremdenlegion könne eine ganze Kompanie mit Arabern in den verdeckten Einsatz schicken. "Unsere Jungs würden nirgendwo auffallen", sagte der Offizier.

Im Wüstenkampf ausgebildete Soldaten der US-Spezialeinheiten Delta Force und Rangers warteten ebenfalls auf den Einsatz in Syrien. Die israelische Sondereinheit Sayeret Matkal sei zudem offenbar längst nach Syrien eingesickert, schreibt "Focus" unter Berufung auf Militärquellen in Jerusalem.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, Israel richte sich auf "weitreichende Veränderungen" in Syrien ein. "Wir beobachten die Entwicklungen in Syrien und arbeiten mit den USA und der internationalen Gemeinschaft zusammen", sagte der Regierungschef während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. Angesichts möglicher Veränderungen an der Führungsspitze unternehme Israel die notwendigen Schritte.

Rebellen erobern Militärstützpunkt

Israel und die Westmächte hatten in den vergangenen Wochen mehrfach die Befürchtung geäußert, die syrischen Chemiewaffen könnten im Bürgerkrieg eingesetzt werden oder in die Hände islamischer Terroristen gelangen. Sie würden dann zur Bedrohung Israels.

Syrische Rebellen eroberten derweil nach eigenen Angaben einen Militärstützpunkt in der Nähe der Hauptstadt Damaskus. Wie der Nachrichtensender Al-Dschasira unter Berufung auf die Freie Syrische Armee berichtete, hatte es zuvor heftige Kämpfe um das Lager unweit der Ortschaft Ras al-Ain gegeben. Im Großraum Damaskus gibt es seit Wochen erbitterte Gefechte, bei denen auch die Regierungstruppen schwere Verluste hinnehmen müssen.

Allein am Samstag wurden Aktivisten zufolge landesweit mindestens 130 Menschen getötet. Meldungen aus Syrien können wegen der Medienblockade des Regimes von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

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Quelle: n-tv.de

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