Samstag, 06. Februar 2010
Kommission ist besorgt: Engpass bei Kinder-Impfstoffen
Sieben Kinderimpfstoffe sind nach Angaben von Experten seit Mitte Januar in Deutschland nicht mehr lieferbar, weil die Kapazitäten der Hersteller durch die Produktion des Schweinegrippe-Impfstoffs ausgelastet sind. "Am meisten Sorgen macht uns der Engpass bei dem einzigen verfügbaren Sechsfach-Impfstoff", sagte die Münchner Kinder- und Jugendärztin Ursel Lindlbauer, die der Ständigen Impfkommission des Bundes angehört, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Dadurch könne eine ganze Geburtskohorte von Säuglingen im ersten Lebensjahr nicht mehr gegen die wichtigsten Kinderkrankheiten immunisiert werden.
Auch bei einem Vierfach-Impfstoff gegen die Viruserkrankungen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken stocke der Nachschub. Zurzeit sei es nur möglich, die vorgesehenen Impftermine zu verschieben oder Einzelimpfungen vorzunehmen, bei denen die Säuglinge häufigere Spritzen ertragen müssten.
Eine Sprecherin des britischen Herstellers GlaxoSmithKline (GSK) bedauerte nach Angaben der Zeitung die Situation. Es werde versucht, die Unannehmlichkeiten für Ärzte, Eltern und Kinder "möglichst rasch zu entschärfen". Es könne jedoch noch zu Verzögerungen bis in das zweite Quartal hinein kommen.
rts
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