Atom-MüllEntsorgungsfrage weltweit oft ungeklärt
Seit 1968 wird in Deutschland Strom in Atomkraftwerken (AKW) produziert. Doch auch mehr als drei Jahrzehnte später ist weiterhin unklar, was mit dem strahlenden Rest-Müll passieren soll. Ähnlich sieht es mit der Beseitigung des gefährlichen Atom-Abfalls auch in den meisten anderen Industriestaaten aus.
USA
In den Vereinigten Staaten gibt es kein atomares Endlager. Die 103 Atomkraftwerke im Lande lagern ihre abgenutzten, strahlenden Brennelemente zumeist auf ihrem Gelände. So gibt es zumindest keine Atommülltransporte. Die US-Regierung plant den Bau eines Endlagers in der Wüste des Bundesstaates Nevada. Das Lager soll aber frühestens nach 2010 zur Verfügung stehen. Die USA produzieren 20 Prozent ihres Stromes aus Atomenergie.
Russland
Der Atommüll wird in Russland im Chemiekombinat Majak im Uralgebiet gelagert. Zudem gibt es ein großes Endlager im sibirischen Kombinat Krasnojarsk 26. Außerdem plant die Regierung, die Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennelementen anderer Länder gegen Bezahlung zu übernehmen. In Russland arbeiten zehn AKW mit 30 Reaktoren. Die Atomenergie hat einen Anteil von 15 Prozent an der Stromerzeugung im Land.
Frankreich
Auch hier existiert kein Endlager für hochradioaktive Abfälle. Das französische Parlament will bis 2006 eine entsprechende Entscheidung treffen. Die Brennelemente des Landes werden in der Atomfabrik in La Hague wiederaufbereitet. Die dabei anfallenden stark strahlenden Stoffe werden auf dem Fabrikgelände zwischengelagert. Ein zweites Zwischenlager existiert beim Atomkraftwerk Marcoule bei Nimes im Süden. Frankreich produziert mit seinen 57 AKW rund 80 Prozent seines Strombedarfs und ist damit führend in der Welt bei der Nutzung der Atomenergie.
Großbritannien
Die Endlagerfrage ist hier ebenfalls ungelöst. Das staatliche Unternehmen British Nuclear Fuels, Betreiber der 19 AKW mit 41 Reaktoren im Land, lässt alle Brennelemente in der Atomfabrik Sellafield, ehemals Windscale, aufarbeiten. Dort und im schottischen Dounreay wird der dabei anfallende Atommüll zwischengelagert.
Japan
Es verfügt weder über ein Endlager noch über ensprechende Pläne dafür. Japan bringt seine Brennelemente zur Wiederaufbereitung nach Frankreich und Großbritannien. Der dabei anfallende strahlende Müll wird in der japanischen Provinz Aomori zwischengelagert. Dort ist auch eine Wiederaufarbeitungsanlage im Bau, die Mitte 2005 betriebsbereit sein soll. Trotz mehrerer Atomunfälle hält Japan am Ausbau der Atomwirtschaft fest, die derzeit schon mehr als einen Drittel des Strombedarfs deckt.