Politik
Der Entwickler will einen Verhaltenskodex aufstellen.
Der Entwickler will einen Verhaltenskodex aufstellen.(Foto: picture alliance / dpa)

Beschwerden von Menschenrechtlern: Entwickler prüfen Trojaner

"FinFisher" heißt der Trojaner, dessen Einsatz derzeit auch vom Bundeskriminalamt erwägt wird. Menschenrechtler legten bei der OECD offiziell Beschwerde ein, da die Software auch von Despoten genutzt werde. Die Entwickler wollen nun reagieren.

Nach Beschwerden von Menschenrechtlern gegen die Überwachungssoftware-Firma Gamma hat deren deutscher Geschäftsführer Martin Münch bessere Kontrollen angekündigt. Ein Verhaltenskodex solle den Export der Software in Länder ausschließen, die Menschenrechte verletzen, sagte Münch der "SZ". Gamma sei mit zwei Menschenrechtsgruppen in Kontakt, die in Grenzfällen als Berater mitarbeiten sollen. Namen nannte Münch jedoch nicht.

Reporter ohne Grenzen und andere Menschenrechtsorganisationen hatten zuvor offiziell bei der OECD Beschwerde gegen Gamma sowie die Trovicor GmbH in München eingelegt. Sie sollen "Software in Länder exportiert haben, wo Menschenrechte und Pressefreiheit systematisch unterdrückt werden", hieß es zur Begründung. Beide Firmen wiesen die Vorwürfe zurück.

"Software foltert keine Leute"

Münch sagte der Zeitung, die Skandalisierung seines Unternehmens überrasche ihn. "Software foltert keine Leute." Er könne die Aufregung nicht verstehen. "Ich finde es gut, dass die Polizei ihren Job macht."

Das autokratische Regime des Königreichs Bahrain hatte versucht, Oppositionelle mit einem Trojaner zu überwachen, der Spuren des Gamma-Produkts "FinFisher" trägt. Gamma hatte früher in dem Zusammenhang erklärt, eine Demoversion für Kunden sei gestohlen worden.

Das Bundeskriminalamt prüft derzeit, die Software des Herstellers übergangsweise einzusetzen, bis das "Kompetenzzentrum informationstechnische Überwachung" des BKA den eigenen Trojaner fertiggestellt hat. Allerdings ist die Rechtmäßigkeit der Verwendung umstritten.

Quelle: n-tv.de

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