Freitag, 04. September 2009
In der Umgebung von Atomkraftwerken: Erhöhtes Leukämie-Risiko
In der Umgebung von Atomkraftwerken besteht für Kinder und Jugendliche ein zwischen 13 und 24 Prozent erhöhtes Risiko, an Leukämie zu erkranken. Das geht aus einer Meta-Analyse hervor.Demnach liegt das Leukämie-Erkrankungsrisiko für Kleinkinder bis vier Jahren rund um Atomkraftwerke um 19 Prozent über den Normalwerten. Die in Berlin veröffentlichte Untersuchung unter Federführung von Eberhard Greiser hatten die Grünen in Auftrag gegeben.
Das Transparent eines Atomkraftgegners während einer Demonstration vor dem Atomkraftwerk Krümmel bei Geesthacht im April 2009.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Für die Studie wurden Werte von 75 Kernkraftwerken in fünf Ländern ausgewertet, darunter Meiler in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und den USA. Damit ist die vorliegende Studie das bisher umfassendste Gutachten über das Auftreten von Leukämien im Kinder- und Jugendalter in der Umgebung von Atomkraftwerken.
"Noch einmal wachrütteln"
Die Wissenschaftler hätten bei insgesamt 2096 Säuglingen und Kleinkindern bis vier Jahren ein erhöhtes Leukämie-Risiko gefunden. Auch für Jugendliche sei das Krebsrisiko hoch. "Wir wollen noch einmal wachrütteln", sagte die Grünen-Bundestagsfraktionsvorsitzende Renate Künast. Bisher sei trotz mehrerer Studien mit ähnlichen Ergebnissen zu wenig geschehen. Der Strahlenschutz müsse dringend verschärft werden, fordern die Grünen.
"Strahlenschutz korrigieren"
"Die Analyse von Prof. Greiser bestärkt die Forderung der IPPNW, den Strahlenschutz um Atomkraftwerke zu korrigieren. Es darf nicht sein, dass die Gesundheit der Bürger gefährdet bleibt", erklärte Reinhold Thiel, Vorstandsmitglied der Ärzteorganisation IPPNW, gegenüber n.tv.
Die atomkritische IPPNW fordert den Bundestag in einer Petition auf, den Strahlenschutz für die Bürger zu verbessern. Etwa 1000 Menschen unterstützen bereits die Forderung der IPPNW. Bis zum 11. September 2009 kann die Petition noch online gezeichnet werden.
mli/dpa/IPPNW
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