Mittwoch, 10. August 2011
Ältere sollen arbeiten gehen: FDP will Arbeitslosengeld kürzen
Der Vorschlag von FDP-Generalsekretär Lindner, älteren Arbeitslosen das Arbeitslosengeld zu kürzen, dürfte für Unmut in der Koalition sorgen. Unter Federführung der Union war erst 2008 die Bezugsdauer für diese Versicherten verlängert worden. Lindner ist der Meinung, ältere Arbeitslose würden als Fachkräfte gebraucht.Wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt schlägt FDP-Generalsekretär Christian Lindner vor, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für ältere Arbeitnehmer zu verkürzen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt erfordere keine Quasi-Frühverrentungsformen, sagte Lindner dem "Handelsblatt". Ältere Arbeitnehmer würden als Fachkräfte gebraucht.
"Die Bundesagentur für Arbeit sieht die für Ältere auf bis zu zwei Jahre verlängerte Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I selbst kritisch", betonte Lindner. "Wenn die Union Mut hat, folgt sie mit uns dem Rat der Experten."
Der Vorstoß Lindners dürfte in der Koalition für erheblichen Zündstoff sorgen, weil die Bezugsdauer erst Anfang 2008 unter Federführung der CDU/CSU verlängert worden war. Bis dahin konnten Arbeitslose im Regelfall bis zu zwölf Monate lang Arbeitslosengeld I beziehen, nur für Versicherte über 58 waren es 18 Monate.
Die Kürzung würde eine Entlastung der Beitragszahler um 1,5 Milliarden Euro pro Jahr bringen, sagte Lindner.
dpa
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