Politik

Österreicher treibt Euro-Krise umFPÖ erstmals stärkste Kraft

20.05.2011, 13:04 Uhr

In Österreich grassiert die Anti-Euro-Stimmung, davon profitiert vor allem die rechtspopulistische FPÖ. Erstmal wird sie in einer Umfrage stärkste Kraft, vor den Sozialdemokraten und den Konservativen.

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Europafeindliche Stimmung: FPÖ-Abgeordnete im österreichischen Parlament. (Foto: dapd)

Die rechtspopulistische Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) hat in einer Wahlumfrage erstmals den ersten Platz belegt. Bei der Sonntagsfrage zu ihren Wahlabsichten nannten 29 Prozent der Befragten die FPÖ, wie die Tageszeitung "Kurier" berichtete. Dicht gefolgt wurde sie in der Umfrage des OGM-Instituts von der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) mit 28 Prozent. Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) kam auf 23 Prozent, die Grünen auf 13 Prozent.

Nach Ansicht des OGM-Direktors Wolfgang Bachmayer wurde das Ergebnis maßgeblich beeinflusst durch die aktuelle Debatte um die Krise des Euro, die Hilfen für Griechenland sowie die Äußerungen des Bankmanagers der Erste Group, Andreas Treichl. Der FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache macht seit Monaten Kampagne für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Treichl hatte kürzlich die Politiker als "feig, blöd" und in Wirtschaftsfragen "ahnungslos" bezeichnet.

In der Umfrage hielten 56 Prozent der Befragten diese Äußerung für "berechtigt". Treichels Pauschalurteil hatte in Österreich zu einer heftigen Debatte und scharfer Kritik an der großen Koalition aus SPÖ und ÖVP geführt. Bachmayer führt daher die schlechten Umfrageergebnisse für die Koalitionsparteien auch auf eine grundsätzliche Unzufriedenheit der Bürger mit der Regierungspolitik zurück.

Quelle: AFP