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Bei einem Manöver im September 2010 vor der finnischen Küste.
Bei einem Manöver im September 2010 vor der finnischen Küste.(Foto: picture alliance / dpa)

Wasserbomben fallen vor Helsinki: Finnland verjagt geheimnisvolles U-Boot

Die finnische Marine ist in heller Aufregung. Sie will am Montag und Dienstag ein fremdes U-Boot in ihren Gewässern entdeckt haben. Am Ende werden Wasserbomben in die Ostsee direkt vor Helsinki abgefeuert. Seitdem ist Ruhe.

Die finnische Marine will ein fremdes U-Boot in ihren Gewässern entdeckt haben. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hat die Marine zur Warnung Wasserbomben in den Gewässern vor der Hauptstadt Helsinki abgeworfen. Dort sei das verdächtige Objekt am Montag und auch am Dienstagmorgen gesichtet worden, teilte die Marine mit. Verteidigungsminister Carl Haglund sagte, es könne sich um ein U-Boot gehandelt haben. Es sei wahrscheinlich, dass es die Gewässer wieder verlassen habe.

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Nach Angaben von Marine-Kapitän Olavi Jantunen, konnte das Objekt zunächst nicht identifiziert werden. Es wurde als "nicht bestätigtes Unterwasserziel" klassifiziert. Die Analyse des Vorfalls durch die Marine könne Tage oder sogar Wochen dauern. "Die Bomben sollen das Ziel nicht zerstören oder beschädigen, sie sollen dem Ziel signalisieren, dass es entdeckt wurde", sagte ein Sprecher der Armee der Zeitung "Helsingin Sanomat".

Haglund machte aber keine Angaben über eine mögliche Beteiligung Russlands an dem Vorfall. Finnischen Medien gegenüber sagte er, das Ziel habe inzwischen wahrscheinlich die Region verlassen. "Wir haben den starken Verdacht, dass Unterwasseraktivitäten stattgefunden haben, die da nicht hin gehören. Es ist immer ernst, wenn in unsere Hoheitsgebiete eingedrungen wird", sagte Haglund der Nachrichtenagentur STT.

Er fügte hinzu, Finnland mache äußerst selten von Warnbomben Gebrauch. Die finnisch-russische Grenze ist 1340 Kilometer lang. Im Verlauf des vergangenen Jahres hatte sich Finnland zunehmend besorgt über militärische Aktivitäten des mächtigen Nachbarn im Grenzgebiet gezeigt.

Vorfall erinnert an Zwischenfall in Schweden

Auch die Schweden hatten im vergangenen Oktober tagelang ein fremdes U-Boot gejagt. Schließlich gelang es ihnen, in der Ostsee vor Stockholm ein Objekt zu fotografieren, dass sich am Ende als ein "ziviles Boot" entpuppte. Auf dem Foto "ist kein U-Boot zu sehen", sagte damals der schwedische Militärsprecher Jesper Tengroth. Stattdessen habe man ein weißes 10,5 Meter langes Glasfaserboot im Visier gehabt. Zuvor war spekuliert worden, ein russisches U-Boot sei in Schwedens Hoheitsgewässer eingedrungen. Es folgte eine intensive Jagd nach dem vermeintlichen Eindringling durch das Militär.

Am Ende profitierte das Militär

Seitdem gibt es Gerüchte, das Glasfaserboot sei für Medien erfunden worden, um in Ruhe ermitteln zu können. Schwedens Streitkräfte bestehen weiterhin darauf, dass zwischen dem 17. und dem 24. Oktober 2014 ein mysteriöses Gefährt in den Gewässern vor Stockholm unterwegs war. Nach der achttägigen Jagd, an der über 200 Soldaten, Militärschiffe und Minenräumboote beteiligt waren, hatte sich das schwedische Militär überzeugt gezeigt, dass ein "Mini-U-Boot" unbekannter Nationalität auf schwedisches Territorium vorgedrungen war.

Während und nach der erfolglosen Jagd wurden in Schwedens Medien Stimmen laut, welche die Fähigkeit zur Selbstverteidigung des Landes nach Jahren der Budgetkürzungen infrage stellten. Im März verkündete die Regierung, sie werde die Verteidigungsausgaben um rund 665 Millionen Euro erhöhen. Der Großteil des Geldes solle in Kapazitäten zum Aufspüren feindlicher U-Boote fließen.

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Quelle: n-tv.de

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