Politik

Stigma für Asylsuchende: Flüchtlinge in Wales tragen rote Armbänder

Flüchtlinge im walisischen Cardiff werden dazu gezwungen, ein rotes Armband zu tragen. Die Betroffenen fühlen sich durch die Praxis stigmatisiert und berichten von Anfeindungen und Drohungen.

Asylsuchende im walisischen Cardiff müssen Tag und Nacht ein deutlich zu erkennendes rotes Armband tragen. Das berichtet der "Guardian". Hintergrund ist die Regelung des privaten Betreibers des örtlichen Flüchtlingsheims: Ohne die Armbänder erhalten die Asylsuchenden kein Essen. Die Bänder sind nicht abnehmbar.

In Großbritannien werden neu angekommene Flüchtlinge ähnlich wie in Deutschland in Heimen untergebracht. Sie erhalten kein Geld, jedoch drei Mahlzeiten am Tag. Bis zu ihrer Anerkennung dürfen sie nicht arbeiten.

Am Tragen des Armbands führt Aussagen von Betroffenen zufolge kein Weg vorbei: "Wer sich verweigerte, wurde dem Innenministerium gemeldet." Er habe sich zunächst dennoch geweigert, das Band zu tragen. Im Gegenzug sei ihm eine Mahlzeit verwehrt worden.

Mehrere befragte Flüchtlinge sagten, sie fühlten sich durch das Armband stigmatisiert. Ein ehemaliger Heimbewohner sagte dem "Guardian": "Manchmal erkannten Autofahrer unsere Armbänder, hupten und riefen: 'Geht zurück in eure Heimat'." Ein anderer sagte: "Dieses Armband ist diskriminierend."

In Großbritannien verursachte in der vergangenen Woche ein ähnlicher Bericht Aufsehen. In Middlesbrough im Nordosten Englands stattete eine private Immobilienfirma Häuser für Flüchtlinge mit roten Türen aus. Mehrere Bewohner der Unterkünfte berichteten von Übergriffen und verbalen Anfeindungen.

Quelle: n-tv.de

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