Politik
François Hollande hat kaum noch Chancen auf eine zweite Amtszeit.
François Hollande hat kaum noch Chancen auf eine zweite Amtszeit.(Foto: dpa)

Erfolglos und geschmäht: François Hollande unbeliebt wie nie

Die Franzosen kämpfen mit einer Regierung, die sie für unglaubwürdig halten und einem Präsidenten, dem die Enthüllungen seiner Ex schwer zusetzen. Nach jüngsten Umfragen sieht Premier Valls die rechtsextreme Front National "vor den Toren der Macht".

Die Beliebtheit von Frankreichs sozialistischem Staatspräsident François Hollande bei seinen Landsleuten hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Die meisten Franzosen möchten nicht, dass Hollande bei der Präsidentenwahl 2017 erneut antritt, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifop hervorgeht. 85 Prozent der Befragten lehnten eine erneute Amtszeit des 60-jährigen Politikers ab. Ihm werden vor allem die mangelnden Erfolge bei der Bekämpfung der Rekordarbeitslosigkeit angelastet.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls sieht indes die rechtsextreme Front National (FN) nach den innenpolitischen Turbulenzen der vergangenen Wochen "vor den Toren der Macht". "Als Mann der Linken werde ich mich niemals damit abfinden können, weil die Schwächsten als erste darunter leiden", sagte der Sozialist beim jährlichen Sommertreffen der europäischen Sozialdemokraten im italienischen Bologna. In ganz Europa müsse die Linke "anders handeln und anders reden", um bei den Wählern anzukommen. Frankreich sei da ein warnendes Beispiel für den ganzen Kontinent.

Valls erwähnte die Ifop-Umfrage, derzufolge FN-Chefin Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl 2017 nach jetzigem Stand 32 Prozent der Stimmen in der ersten Runde erhalten würde. In der zweiten Runde könnte sie demnach sogar die Stichwahl für sich entscheiden. Valls' Äußerungen in Bologna dürften deshalb auch als Warnschuss für Kritiker aus dem linken Sozialisten-Flügel zu verstehen sein.

Wegen des innerparteilichen Widerstands gegen seinen Sparkurs, der schließlich in eine Regierungskrise mündete, hatte Präsident François Hollande zuletzt sein Kabinett umgebildet. Wenig schmeichelhafte Passagen in einem Buch seiner früheren Lebensgefährtin Valérie Trierweiler kosteten den Staatschef zusätzlich Ansehen in der Öffentlichkeit.

Quelle: n-tv.de

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