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Die schockierenden Bilder können noch immer nicht verifiziert werden.
Die schockierenden Bilder können noch immer nicht verifiziert werden.(Foto: AP)

Militär-Aktion gegen Syrien?: Frankreich droht mit "Reaktion der Stärke"

Der mutmaßliche Einsatz von Giftgas in Syrien ruft den Westen auf den Plan. Frankreich deutet an, einen Militäreinsatz zu erwägen. Deutschlands Außenminister Westerwelle ist noch dagegen. Die Zeit scheint den Diplomaten aber davon zu laufen - denn aus Syrien gibt es Berichte erneuter Attacken.

Die Bilder nach dem angeblichen Giftgaseinsatz in Syrien lösen Entsetzen aus. Nun hat Frankreich indirekt mit einem militärischen Vorgehen gegen das Regime von Machthaber Baschar al-Assad gedroht. Sollten sich die Vorwürfe eines Chemiewaffeneinsatzes nahe der Hauptstadt Damaskus bestätigen, wäre eine "Reaktion der Stärke" notwendig, sagte Außenminister Laurent Fabius.

Ob diese Kinder tatsächlich an Giftgas starben, ist noch nicht bewiesen.
Ob diese Kinder tatsächlich an Giftgas starben, ist noch nicht bewiesen.(Foto: AP)

Die Aktion müsse über eine internationale Verurteilung hinausgehen, sagte Fabius in Interviews. Mit aller diplomatischen Vorsicht fügte er hinzu: "Ich will nicht präziser sein." Eine Frage nach möglichen Luftangriffen beantwortete er nicht, doch schloss er den Einsatz von Bodentruppen in Syrien aus.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle ist zunächst gegen ein militärisches Eingreifen. Er sagte: "Bevor man über Konsequenzen spricht, muss man eine wirkliche Aufklärung ermöglichen." Sollte sich der Einsatz chemischer Waffen bestätigen, sei dies ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sagte der FDP-Politiker.

UN wollen schnellstmöglich Aufklärung

Die syrische Opposition beschuldigt die Regierungstruppen, am Mittwoch bei einem Großangriff mit Chemiewaffen nahe Damaskus ein Massaker mit hunderten Toten verübt zu haben. Die Armee weist die Vorwürfe zurück. Der UN-Sicherheitsrat forderte in einer Sondersitzung "Klarheit" über den Vorfall, eine förmliche Erklärung des Gremiums wurde aber nach Diplomatenangaben durch Russland und China verhindert. Beide Länder hatten wiederholt mit ihrem Veto Resolutionen des Sicherheitsrats zu Syrien verhindert.

US-Präsident Barack Obama hatte vor fast genau einem Jahr einen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien als "rote Linie" bezeichnet. Inzwischen liegen Berichte zum Einsatz von Chemiewaffen an 13 Orten vor, seit dieser Woche sind UN-Inspekteure im Land, um an drei dieser Orte den Vorwürfen nachzugehen. Zugleich berichteten syrische Oppositionelle von erneuten Luftangriffen im Umland von Damaskus.

Die Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch (HRW) und Amnesty International forderten freien Zugang für die Inspekteure zu den betroffenen Gebieten bei Damaskus. HRW erklärte, sie habe Berichte von Ärzten und Augenzeugen aus der Region Ghuta, die auf einen Einsatz von Nervengas hinwiesen. Der einzige Weg, herauszufinden, was wirklich passiert ist, sei, die UN-Inspekteure dorthin zu lassen. Amnesty verwies darauf, dass der Einsatz der Waffen, sollte er bestätigt werden, ein Kriegsverbrechen wäre.

Quelle: n-tv.de

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