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"Deutschland schafft das nicht": Gabriel: Können nicht allen eine Heimat sein

Vizekanzler Gabriel warnt vor einer Überforderung Deutschlands: Jene Flüchtlinge, die aus sicheren Herkunftsländern gekommen sind, müssen Deutschland wieder verlassen.

Vizekanzler Sigmar Gabriel hat vor einer Überforderung Deutschlands durch die Flüchtlingskrise gewarnt. "Deutschland hilft - aber wer hilft jetzt mal Deutschland?", sagte Gabriel der "Bild"-Zeitung. Deutschland könne zwar vielen Menschen eine neue Heimat bieten - "aber nicht allen". Deshalb müssten alle Menschen, die aus Ländern hierhergekommen seien, in denen es weder Krieg noch Verfolgung gebe, "unser Land wieder verlassen", hob Gabriel hervor.

"Selbst das starke Deutschland" würde es nicht schaffen, jedes Jahr eine Million Flüchtlinge gut zu integrieren, warnte der Bundeswirtschaftsminister. "Deshalb muss Europa endlich helfen", verlangte der SPD-Politiker. Während die Deutschen Turnhallen und Kasernen öffneten, Kleiderspenden sammelten und Flüchtlinge in Familien aufnähmen, würden andere Länder ihre Tore schließen. Europa aber sei eine Wertegemeinschaft, die auch auf Mitmenschlichkeit und Solidarität beruhe.

"Wer unsere Werte nicht teilt, kann auf Dauer auch nicht auf unser Geld hoffen", drohte der Vizekanzler in der "Bild". "Wenn es so weitergeht, ist Europa in Gefahr. Mehr als durch die Finanz- oder Griechenlandkrise." Es sei notwendig, dass Europa die Flüchtlinge fair verteile. Gabriel verlangte außerdem deutlich mehr Engagement der USA. Gabriel bezeichnete es als "Schande", dass das UN-Welternährungsprogramm in Syriens Nachbarländern jetzt den Betrag pro Flüchtling und Monat von 27 Dollar auf 13 Dollar habe kürzen müssen. "Wenigstens da könnten die USA und auch die reichen Golfstaaten helfen", sagte Gabriel.

Flüchtlinge nicht bevorzugen

Gabriel warnte zudem vor einer Missgunststimmung in der Flüchtlingskrise. Es dürfe keine Stimmung entstehen nach dem Motto: Für die Flüchtlinge sei Geld da, aber für die deutschen Bürger nicht, sagte der Wirtschaftsminister der "Bild". Deshalb sei es besonders wichtig, sozialen Wohnungsbau jetzt nicht nur für Flüchtlinge, sondern für alle, die bezahlbaren Wohnraum brauchen, zu schaffen. "Wir dürfen niemanden vergessen. Die Flüchtlinge nicht, aber auch nicht die anderen Menschen in Deutschland", sagte Gabriel. Die Politik dürfe es nicht zulassen, dass die Menschen in Deutschland gegeneinander ausgespielt werden.

Quelle: n-tv.de

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