Politik
Montag, 04. September 2006

Holocaust-Leugner Irving: Gericht bestätigt Urteil

Der Oberste Gerichtshof in Österreich hat den Schuldspruch gegen den britischen Historiker David Irving bestätigt, der wiederholt den Holocaust geleugnet hatte. Nach Agenturberichten wies das Gericht in Wien die Nichtigkeitsbeschwerde des 68-jährigen Briten gegen das Urteil ab. Irving war im Februar zu drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden.

Der als "Holocaust-Leugner" bekannt gewordene Historiker hatte in Vorträgen in Österreich wiederholt die Existenz von Gaskammern im Zweiten Weltkrieg bestritten. Das Leugnen von Verbrechen der Nationalsozialisten ist in Österreich als "Wiederbetätigung" strafbar. Die Höchststrafe beträgt zehn Jahre. Irving war im November 2005 auf Grund eines Haftbefehls aus dem Jahr 1989 in Österreich festgenommen worden.

Vor der Verhandlung im Februar hatte sich Irving "schuldig" bekannt, während des Prozesses jedoch weiterhin angeführt, er bezweifle "Einzelheiten". In Interviews nach seiner Verurteilung stellte er erneut die Opferzahlen in Auschwitz in Frage und bezeichnete die organisierte Vernichtung von Juden durch die Nationalsozialisten als "absolut falsch und nicht nachweisbar". Gegen die Höhe der Strafe laufen Berufungen: Irvings Verteidiger will eine niedrigere Strafe erwirken, die Staatsanwaltschaft beurteilt die Strafe als zu gering.

Quelle: n-tv.de

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