Montag, 06. September 2010
"Ganz dem Absturz widmen": Gerüchte über Kaczynskis Abgang
Nach dem der polnische national-konservative Politiker Jaroslaw Kaczynski zunächst sein Amt als Regierungschef verlor und später auch seinen Bruder, den Präsidenten Lech Kaczynski, bei einem Flugzeugabsturz, macht der Berufspolitiker immer wieder von sich reden. Meist jedoch durch Provokationen seiner politischen Gegner.Seit Tagen wird in Polen über einen Rückzug des national-konservativen Oppositionsführers, Jaroslaw Kaczynski, spekuliert. Jetzt dementierte Kaczynski diese Gerüchte. "Alle Informationen über meine "Abdankung" oder meinen Rücktritt sind total falsch", schrieb Kaczynski in einem Brief an die Mitglieder seiner Partei Recht und Gerechtigkeit PiS. Die polnischen Medien berichteten über das Schreiben. Darin bestätigte der 61-jährige Politiker seinen Führungsanspruch und rief die Mitglieder seiner Partei angesichts der Kommunalwahlen Ende des Jahres zur Geschlossenheit auf.
Nach Kaczynskis Niederlage im Rennen um das Präsidentenamt vor zwei Monaten begann in der PiS eine Debatte über die Zukunft der Partei. Zeitungsberichten zufolge wurde auch der Verzicht von Kaczynski auf den Parteivorsitz in Erwägung gezogen. Dies sollte dem Politiker ermöglichen, sich ganz der Aufklärung des Flugzeugabsturzes, bei dem am 10. April bei Smolensk sein Zwillingsbruder Lech ums Leben gekommen war, zu widmen.
PIS als Verteidigerin der nationalen Werte
Im Brief an die PiS-Mitglieder bezeichnete Kaczynski seine Partei als "einzige Verteidigerin der nationalen Werte". Die Regierungspartei Bürgerplattform von Ministerpräsident Donald Tusk griff er wegen angeblicher "Unterwürfigkeit" gegenüber Russland an.
Im Wahlkampf hatte Kaczynski auf verbale Attacken auf seine innen- und außenpolitischen Gegner verzichtet und zum Dialog aufgerufen. Diese Taktik brachte ihm ein gutes Wahlergebnis: Er unterlag in der Stichwahl am 4. Juli dem Sieger Bronislaw Komorowski nur knapp. Nach der Wahl setzte Kaczynski erneut auf die Konfrontation.
dpa
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