Politik

Regierung entzieht Zulassung: Greenpeace muss Arbeit in Indien einstellen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace darf nicht mehr in Indien tätig sein. Die indische Regierung entzieht den Aktivisten ihre Zulassung und wirft ihnen Betrug vor. "Völlig lächerlich" nennt Greenpeace die Anschuldigungen und will sich wehren.

Die indische Regierung hat der Umweltorganisation Greenpeace International ihre Zulassung entzogen und die Bankkonten eingefroren. Als Grund für das Arbeitsverbot nannten die Behörden im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu, wo die Organisation registriert ist, Betrug und Fälschung ihrer Bücher. Greenpeace will die Entscheidung nach eigenen Angaben anfechten.

Die Interimsgeschäftsführerin von Greenpeace, Vinuta Gopal, wies die Vorwürfe zurück und nannte sie "völlig lächerlich". Es handle sich um eine "ungeschickte Taktik" zur Unterdrückung abweichender Sichtweisen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir uns auf einer sicheren Rechtsgrundlage befinden. Wir vertrauen dem Gesetzesprozess und setzen darauf, dass wir gegen diese Anweisung ankommen", sagte Gopal.

Sie warf den Behörden vor, den Finanzbericht von Greenpeace Indien falsch verstanden zu haben und ausländische mit indischen Spenden, die separat gemeldet werden müssen, verwechselt zu haben. Darüber hinaus veröffentlichte Gopal die Dokumente auf der Website der Organisation. Sie zeigte sich bestürzt über den Entzug der Zulassung und mahnte die mangelnde Rede- und Meinungsfreiheit in Indien an.

Indische Behörden gehen härter gegen nicht staatliche Organisationen (NGO) vor, nachdem es in einem Geheimdienstbericht geheißen hatte, dass Kampagnen gegen Industrie- und Infrastrukturprojekte das Wirtschaftswachstum beeinträchtigten. Rund 9000 NGOs verloren 2015 bereits ihre Lizenzen, weil sie beispielsweise ihre Jahresberichte nicht abgegeben hatten.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen