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Zelte und Container für Zehntausende Menschen (hier auf Lesbos): Die Registrierung der Neuankömmlinge in den sogenannten "Hotspots" gilt als Voraussetzung für eine geordnete Flüchtlingspolitik.
Zelte und Container für Zehntausende Menschen (hier auf Lesbos): Die Registrierung der Neuankömmlinge in den sogenannten "Hotspots" gilt als Voraussetzung für eine geordnete Flüchtlingspolitik.(Foto: picture alliance / dpa)

Flüchtlinge erreichen Europa: Griechenland stellt neuen "Hotspot" fertig

Im Südosten Europas kommt die Bewältigung der Flüchtlingskrise nur langsam voran: Mit dem neuen Aufnahmelager auf der Ägäis-Insel Chios kann die griechische Regierung erst das zweite von fünf geplanten Registrierzentren eröffnen.

In Griechenland haben die Behörden das zweite von fünf Registrierzentren für Migranten fertiggestellt. Dies teilte die halbstaatliche Gesellschaft Hellenic Petroleum (Helpe) mit, die den Bau und den Betrieb der Anlage betreut. Zu Wochenbeginn wollten Helpe-Mitarbeiter dort Hilfsgüter an die ersten Migranten verteilen, die in den sogenannten Hotspot einziehen sollen.

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Der Flüchtlingszustrom aus der Türkei nach Griechenland hält unverändert an: Seit Jahresbeginn und bis zum 13. Februar sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR allein in Griechenland 76.607 Migranten angekommen. Das neue Registrierzentrum befindet sich in der Nähe des Flughafens von Chios in den Anlagen einer ehemaligen Fabrik.

Die Anlage habe eine Aufnahmekapazität von knapp 1100 Menschen, teilte die Direktion der Helpe mit. Das Unternehmen habe 67 Containerwohnungen aufgestellt und die Kanalisation sowie die Wasser- und die Stromversorgung in Zusammenarbeit mit Militär und Behörden auf die Unterbringung einer entsprechenden Anzahl von Menschen vorbereitet.

Griechenland steht aufgrund der geografischen Lage im Südosten Europas im Mittelpunkt der Flüchtlingskrise: Über die Ägäis führt derzeit eine der wichtigsten Fluchtrouten nach Europa. Die Insel Chios liegt in der östlichen Ägäis knapp 60 Kilometer Luftlinie südlich von Lesbos. Bis zur türkischen Küste sind es hier stellenweise nur knapp sieben Kilometer. Die Überfahrt per Schlauchboot dauert im Idealfall nur wenige Minuten, birgt aber trotz der vergleichsweise kurzen Strecke erhebliche Risiken. Immer wieder ertrinken Menschen bei dem Versuch, über das Meer auf europäischen Boden zu gelangen.

Bislang war nur einer von insgesamt fünf vorgesehenen Hotspots auf der Insel Lesbos fertig. Proteste von verunsicherten Anwohnern begleiten den Aufbau der griechischen Registrierzentren. Bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise vor Ort ist Griechenland ist massiv im Verzug: Die fraglichen Zentren zur Erstaufnahme und Registrierung von Neuankömmlingen sollten eigentlich alle Ende 2015 fertig sein. Drei weitere Registrierzentren auf den Inseln Samos, Leros und Kos sind noch im Bau.

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Quelle: n-tv.de

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