Politik

40 Prozent weniger Panzer und Artillerie: Großbritannien spart beim Militär

Das Vereinigte Königreich muss sparen, einzelne Ministerien sollen bis zu 40 Prozent ihrer Ausgaben streichen. Auch der Verteidigungsetat wird schrumpfen. Die USA fürchtet um die Handlungsfähigkeit des Partners. Premierminister Cameron beruhigt den Verbündeten.

Premierminister James Cameron.
Premierminister James Cameron.(Foto: AP)

Großbritannien muss im Kampf gegen sein Haushaltsdefizit auch bei der Verteidigung sparen, will aber weiter ein verlässlicher Partner im NATO-Verbund bleiben. Der Verteidigungsetat werde in den nächsten vier Jahren um acht Prozent beschnitten, kündigte Premierminister David Cameron im Unterhaus in London an. "Das ist nicht nur eine Sparübung", sagte Cameron. Es gehe auch um eine Neuausrichtung der Armee. Der Wohlstand des Landes und dessen Verteidigung seien miteinander verknüpft.

Die britische Armee werde nach den Kürzungen gemessen am Budget Nummer vier in der Welt bleiben. Die Vorgabe des nordatlantischen Bündnisses, zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Verteidigung auszugeben, werde weiterhin erfüllt, sagte Cameron.

25.000 zivile Stellen fallen weg

Die Bestände an Panzern und schwerer Artillerie sollen um 40 Prozent reduziert werden. Beim Zivilpersonal der Royal Armee sollen 25.000 Stellen wegfallen. Die Royal Air Force soll bis 2015 etwa 5000 Mann verlieren, die Marine ebenfalls. Der Rest der Armee wird um 7000 Dienstposten reduziert. Insgesamt werden laut Cameron Ausgaben von jährlich 33 Milliarden Pfund angepeilt.

Auch der Stützpunkt der Royal Air Force in Schottland wird von den geplanten Einsparungen betroffen sein.
Auch der Stützpunkt der Royal Air Force in Schottland wird von den geplanten Einsparungen betroffen sein.(Foto: REUTERS)

Bei der Technik soll der Senkrechtstarter Harrier abgeschafft werden. Ein Flugzeugträger wird schneller außer Dienst gestellt. Die Laufzeit der Atom-U-Boote der Vanguard-Klasse - Träger der britischen Nuklear-Abschreckung Trident - wird verlängert. Damit ist eine Entscheidung über den Bau neuer U-Boote, einer der großen Streitpunkte in der Regierungskoalition aus Camerons Konservativen und den Liberaldemokraten, wie erwartet bis in die nächste Legislaturperiode aufgeschoben. Auch soll die Zahl der Atomsprengköpfe pro U-Boot von 58 auf 40 reduziert werden.

Sorge der USA

Die USA, an deren Seite Großbritannien an mehreren Plätzen der Welt - darunter Afghanistan und Irak - bewaffnete Konflikte austrägt, hatten Bedenken geäußert, dass Großbritannien wegen der Sparpläne nicht mehr in gewohnter Weise militärisch handlungsfähig bleibt. Außenminister William Hague und Cameron versicherten umgehend, Großbritannien werde weiter eine führende militärische Rolle in der Welt spielen.

Die kompletten Sparpläne für den Gesamthaushalt will Schatzkanzler George Osborne noch vorstellen. Mehrere Tausend Menschen protestierten in London gegen die Pläne. "Brecht Großbritannien nicht auseinander!", stand auf einem Plakat. Die einzelnen Ministerien sollen bis zu 40 Prozent ihrer Ausgaben einsparen.

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Quelle: n-tv.de

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