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Syrische Kurden an der türkischen Grenze (Archivbild aus dem vergangenen September): "Wir haben schon etwa zwei Millionen Flüchtlinge."
Syrische Kurden an der türkischen Grenze (Archivbild aus dem vergangenen September): "Wir haben schon etwa zwei Millionen Flüchtlinge."(Foto: REUTERS)

"Humanitäre Offensive" im Nordirak: Grünhelm-Gründer befürwortet Waffenhilfe

Eine Hilfsorganisation aus Deutschland setzt sich im Nordirak für den Wiederaufbau ein: Nach seiner Rückkehr aus dem Sindschar-Gebirge schildert Grünhelme-Gründer Neudeck seine Eindrücke. Deutschland genießt demnach wachsendes Ansehen.

Parallel zum Kampf gegen den IS-Terror im Nordirak ist "eine humanitäre Offensive" für die notleidende Bevölkerung in Gang gekommen. Das berichtete Rupert Neudeck, Gründer der Grünhelme, nach seiner Rückkehr aus dem nordirakischen Sindschar-Gebirge.

Eine US-geführte Anti-Terror-Koalition unterstützt seit Monaten den Kampf der kurdischen Peschmerga im Nordirak und in Nordsyrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Aus der Region Sindschar waren im vergangenen Jahr Zehntausende Menschen, vor allem Jesiden, vor dem IS geflüchtet. Tausende flohen auch in das gleichnamige karge Gebirge.

Journalist und Gründer der Hilfsorganisationen Cap Anamur und Grünhelme: Rupert Neudeck (Archvbild).
Journalist und Gründer der Hilfsorganisationen Cap Anamur und Grünhelme: Rupert Neudeck (Archvbild).(Foto: picture alliance / dpa)
"Humanitäre Offensive"

Nachdem die Peschmerga nun einen Teil der Region befreien konnten, verteilten die Grünhelme dort seit einigen Wochen als erste Hilfsorganisation Zelte, Decken und Matratzen, sagte Neudeck. "Die Stadt Sindschar selbst ist noch nicht befreit, aber rundherum kommen erste Rückkehrer, zunächst noch zu Hunderten. Wir konnten ein kleines Lichtzeichen senden mit unseren Hilfstransporten", sagt Neudeck.

Die Grünhelme wollen die Menschen bei ihrer Rückkehr begleiten und beim Wiederaufbau der Dörfer helfen. Zudem hätten die Teams in der kurdischen Provinz Dohuk im Nordirak bereits vier Lager winterfest gemacht, schilderte der 75-Jährige, der 1979 die Hilfsorganisation Cap Anamur für Bootsflüchtlinge vor der vietnamesischen Küste gegründet hatte.

Pazifist befürwortet Waffenlieferungen

Es sei richtig, dass Deutschland den Kurden weitere Waffen für den Kampf gegen den IS liefere und Soldaten als Ausbilder für kurdische Streitkräfte in die Krisengebiete schicke, sagte Pazifist Neudeck. Deutschland könne nicht zusehen und auf ein Mandat der Vereinten Nationen oder der Nato warten, während so viele Menschen bedroht und vertrieben werden. "Wir haben schon etwa zwei Millionen Flüchtlinge, viel mehr als zunächst angenommen."

Und: "Ohne die internationale Unterstützung wären noch mehr Gebiete verloren", sagte Neudeck. Er sei "sehr angetan" von der deutschen Politik, betonte er. "Der Ruf Deutschlands bei den Kurden ist sehr gut - man spürt dort, dass man sich in Zeichen der Not verlassen kann auf die Deutschen." Es gebe viel Unterstützung, große und kleinere Hilfsorganisationen seien zunehmend präsent im Nordirak.

"Aufgabe der Grünhelme ist es, Pionierarbeit zu leisten und dorthin zu gehen, wo Organisationen, die mit staatlichen Geldern tätig sind, nicht hingehen", sagte Neudeck. Ein Einsatz in Syrien komme aber nicht infrage, nachdem dort 2013 drei Grünhelme-Mitarbeiter vorübergehend als Geiseln genommen worden waren.

Quelle: n-tv.de

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