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Edward Snowden ist seit mehr als einem halben Jahr auf der Flucht. In den USA droht ihm eine Anklage als Verräter.
Edward Snowden ist seit mehr als einem halben Jahr auf der Flucht. In den USA droht ihm eine Anklage als Verräter.(Foto: REUTERS)

Empfehlung an Osloer Nobelkomitee: Gysi nominiert Snowden für Nobelpreis

Wegen dessen Enthüllungen über die "illegale und kriminelle Praxis" der US-Geheimdienste schlägt Linken-Fraktionschef Gysi den Whistleblower Snowden für den Friedensnobelpreis vor. Die Linkspartei folgt damit dem Beispiel ihrer norwegischen Genossen.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, hat Edward Snowden für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. In einem Brief an das norwegische Nobel-Komitee legt er dar, dass der US-amerikanische Whistleblower der Welt "die illegale und kriminelle Praxis des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA vor Augen geführt" habe. Dafür gebühre ihm Dank und Respekt.

Vorschläge für den Friedensnobelpreis kann nicht jeder machen. Zum Kreis derer, die dazu berechtigt sind, gehören Parlamentsabgeordnete. Vor wenigen Tagen hatten bereits die norwegischen Genossen Gysis von der Sozialistischen Linkspartei Snowden für den Nobelpreis nominiert. Sie begründeten das ähnlich wie Gysi damit, dass der Enthüller zu einer stabileren und friedlicheren Weltordnung beigetragen habe.

Gysi führt weiter aus: "Edward Snowden hat sich mit seinem Einsatz und Engagement für die weltweiten Menschenrechte verdient gemacht und dabei sein Leben größter Gefahr ausgesetzt. Auch die Bürgerinnen und Bürger der USA erfuhren durch Edward Snowden von der flächendeckenden Überwachung und wurden ermutigt, sich dagegen aufzulehnen."

Der Linke-Politiker betont in seinem Schreiben, dass der Friedensnobelpreis Snowden auch vor weiterer Verfolgung schützen würde. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter befindet sich seit dem vergangenen Sommer in Russland. Er hat ein Visum für ein Jahr. Anscheinend versucht er zurzeit, ein neues Land zu finden, das ihn nach Ablauf des Jahres in Russland aufnimmt. Die deutsche Regierung lehnt es bisher ab, Snowden Asyl zu geben.

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Quelle: n-tv.de

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