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Bei Flickr ist diese Karikatur Kims zu finden.
Bei Flickr ist diese Karikatur Kims zu finden.(Foto: flickr.com/photos/uriminzokkiri)

Nordkoreas Kim als Schwein verspottet: Hacker kapern Propagandanetz

Während Nordkorea der Welt mit Atomschlägen droht, legen Hacker ein Propagandanetzwerk des kommunistischen Landes lahm. Websites sind offline, ein bekanntes Twitter-Konto ist unter fremder Kontrolle und über einen gekaperten Flickr-Kanal wird Kim Jong Un angeklagt und verspottet. Anonymous behauptet, Zugriff auf die interne IT-Struktur Nordkoreas zu haben.

Bei einer Serie von Angriffen haben Hacker offenbar mehrere Nutzerkonten von Kommunikationskanälen des nordkoreanischen Propaganda-Netzwerkes Uriminzokkiri übernommen. Die Haupt-Website "uriminzokkiri.com" ist derzeit nicht zu erreichen. Verbindungsanfragen werden mit einer Meldung von Zeitüberschreitung beantwortet.

Zudem tauchte ein Schreiben auf, das von Anonymous-Aktivisten stammen soll. Die Hacker hätten Zugang zu den lokalen Netzwerken des Landes, ihren Mailservern sowie Webservern, heißt es darin. Zudem befänden sich sämtliche Nutzerdaten von Uriminzokkiri in Besitz von Anonymous – "mehr als 15.000" Datensätze.

Das erste hochgeladene Bild, nachdem das Flickr-Konto übernommen wurde.
Das erste hochgeladene Bild, nachdem das Flickr-Konto übernommen wurde.(Foto: flickr.com/photos/uriminzokkiri)

Auch Forderungen formulierten die Schreiber: Die nordkoreanische Regierung müsse ihre Drohungen über Atomschläge beenden, Kim Jong Un abtreten und so eine direkte Demokratie ermöglichen. "AnonKorea und alle anderen Anons sind hier, um euch zu befreien", wenden scih die Schreiber den Bewohnern des Landes zu. Es könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Angreifer aus Südkorea stammen.

Schweineschnauze und Mickey Maus

Hacker haben auch den zugehörigen Propaganda-Twitter-Account "@uriminzok" gekapert. Sie tauschten das Profilbild aus und verbreiten nun unter diesem Namen Meldungen über Partnerseiten, die sie erfolgreich attackiert haben. Bislang sind dies "ryugyongclip.com", "ryomyong.com" und "ournation-school.com". Ermittler aus der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang hätten die Betreiber der Seite zu den Hacker-Angriffen befragt, meldete "northkoreatech.com".

Auf aindf.com ist derzeit lediglich ein Bild von Kim Jong Un sichtbar, auf dem der kommunistische Diktator unter einer "Wanted"-Überschrift mit Schweineschnauze, großen Ohren, bäuerlichem Arbeitsgerät und einem Mickey-Maus-Kopf auf dem Bauch dargestellt wird. Darunter aufgeführt sind eine Auflistung von Vergehen sowie die Belohnungssumme für seine Ergreifung: 1 Million US-Dollar.

Kim Jong Un, "auch bekannt als NUKE NUKE Mickey Lover", wie es heißt, bedrohe den Weltfrieden mit Nuklearwaffen und verschwende Geld, obwohl sein Volk verhungere. Zudem sei er verantwortlich für Konzentrationslager und "die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen der Welt".

Blutroter Vermerk bei Flickr

Das Bild mit Kim ist ebenfalls im Flickr-Kanal von Uriminzokkiri abrufbar. Neben der "Gesucht"-Montage wurde am 3. April die Zeichnung mit einem tanzenden Paar samt den für Anonymous typischen Guy-Fawkes-Masken und dem blutroten Vermerk "Tango Down" hochgeladen. Tango Down ist Militärjargon für die Ausschaltung des Feindes.

Am 4. April folgten dann Kim Jong Un, eine nordkoreanische Landesflagge mit dem Symbol des Hackernetzwerkes und ein komplett schwarzes Bild mit der Schrift "We are Anonymous". Noch einen Tag vor der Übernahme des Nutzerkontos waren Propagandabilder mit dem jungen Staatschef hochgeladen worden.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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