Politik

Cyberangriff aus der Ukraine: Hacker legen Merkels Webseite lahm

Ukrainische Hacker schalten die Internetseiten von Bundeskanzleramt und Bundestag aus. CyberBerkut begründet dies mit dem Berlin-Besuch des ukrainischen Regierungschefs. Jazenjuk wolle mit deutschem Geld das Töten in der Ukraine fortsetzen.

Die Internetseiten von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des Bundestags sind durch einen Hackerangriff zeitweilig lahmgelegt worden. Zu der Attacke bekannte sich eine ukrainische Hackergruppe mit Namen CyberBerkut. Sie begründete dies mit dem Besuch des ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk in Berlin.

Jazenjuk wolle neue Gelder, um damit den Konflikt in der Ost-Ukraine fortzusetzen, heißt es in der Mitteilung von CyberBerkut. Deutschland dürfe keine politische und finanzielle Unterstützung leisten für ein "kriminelles Regime in Kiew", das einen blutigen Bürgerkrieg entfesselt habe. "Schon jetzt hat der Krieg Tausenden Menschen das Leben gekostet und mit deutschem Geld werden weitere Menschen getötet", erklärte die Gruppe, die am Ende ihres Anrufs an alle Deutschen und die Bundesregierung appelliert, den "blutigen Bürgerkrieg nicht weiter zu unterstützen". Das Bundespresseamt und das Parlament teilten mit, man prüfe die Vorfälle.

Jazenjuk sollte am Nachmittag von Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue empfangen werde. Am Donnerstag dann ist Jazenjuk zu Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ein zentrales Thema des Gesprächs im Kanzleramt dürfte nach Angaben der Bundesregierung erneut der Konflikt mit Russland sein. Außerdem sollen bilaterale und europapolitische Fragen sowie generell die Entwicklung in der Ukraine auf der Tagesordnung stehen.

Kiew rüstet auf

Die ukrainische Regierung hatte Anfang der Woche angekündigt, ungeachtet internationaler Friedensbemühungen ihre Truppen für den Kampf gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes aufzurüsten. Dazu übergab Präsident Petro Poroschenko dem Militär weiteres schweres Kriegsgerät wie Kampfjets, Haubitzen und Schützenpanzer. "Ich bin überzeugt, dass 2015 das Jahr unseres Sieges wird. Dazu brauchen wir eine starke, patriotische und gut ausgerüstete Armee."

Parallel verhandelten in Berlin Spitzendiplomaten aus der Ukraine, Russland, Deutschland und Frankreich über die Umsetzung des Minsker Abkommens über eine Waffenruhe von Anfang September. Dabei war zwar von "konstruktiven Gesprächen" und "Fortschritten" die Rede. Es sei aber auch deutlich geworden, "dass es noch viele offene Fragen gibt", hieß es von deutscher Seite.

Im weißrussischen Minsk war unter anderem der Abzug schweren Kriegsgeräts vereinbart worden. Poroschenko macht mit der Aufrüstung seiner Truppen nun das Gegenteil. Dennoch will er sich am 15. Januar in der kasachischen Hauptstadt Astana mit dem russischen Präsidenten Wladmir Putin zu neuen Friedensgesprächen treffen, an denen auch der französische Präsident François Hollande und Bundeskanzlerin Merkel teilnehmen sollen.
Die Bundesregierung bremste die Erwartungen.

Quelle: n-tv.de

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