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Die AfD holte in Sachsen fast 10 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Die AfD holte in Sachsen fast 10 Prozent der abgegebenen Stimmen.(Foto: imago/Gerhard Leber)

"Mitglieder politisch verfolgt?": Hacker verspotten AfD nach Sachsen-Wahl

Feierstunde für die AfD, Datenleck in Sachsen: Anonymous Austria veröffentlicht Mitgliederlisten der Partei samt Kontaktangaben. Die Quelle der Daten befindet sich möglicherweise innerhalb des Landesverbandes. Und dann gibt es auch noch Spott.

Die Alternative für Deutschland freut sich über ihren Wahlerfolg bei der Landtagswahl in Sachsen – und ist Opfer einer Hackergruppe geworden. Unter dem Namen "Anonymous Austria" wurden Namen, Anschrift, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Mitgliedern des Landesverbandes Sachsen veröffentlicht. Offenbar sind die Datensätze authentisch.

In mehreren Nachrichten bei Twitter verwies die Gruppe auf Listen mit AfD-Mitgliedern aus Leipzig Land, Leipzig Stadt, Chemnitz, Dresden, Bautzen, Erzgebirgskreis, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und dem Vogtlandkreis. Es folgte ein Foto, auf dem Personen in Guy-Fawkes-Masken einen schwarzen Sarg samt Aufschrift "Privacy" tragen.

"Nur ein Telefonbuch"

Dann verspotteten die Hacker die AfD in mehreren Tweets: "Immer diese Aufregung, wenn man mal aus dem Telefonbuch vorliest …", und: "Ist doch nur ein Telefonbuch, ergänzt um E-Mail und Parteizugehörigkeit. Oder werden AfD-Parteimitglieder in Deutschland politisch verfolgt? Laut euren Tweets ist man in Deutschland ja eine verfolgte Minderheit."

Die Hacker machten keine Angaben dazu, wie sie an Daten kamen. Allerdings verbreiteten die Aktivisten einen Tweet, in dem es heißt: "AfD-Sachsen-Mitgliederdaten-Leak was an Inside-Job". Ein möglicher Hinweis darauf, dass die Daten nicht erbeutet, sondern der Gruppe zugespielt wurden.

Ausländer "in Ordnung"

Zusätzlich veröffentliche Anonymous Austria Einblicke, wie die AfD ihre Mitgliedsanträge abklopft. So heißt es in einem Dokument etwa, die betreffende Person habe eine "CDU-Vergangenheit", versehen mit dem Hinweis "FB", vermutlich ist damit Facebook gemeint. In einem anderen Ausschnitt stellt ein Prüfer fest, der Antragsteller sei tolerant gegenüber anderen Religionen, lehne aber "zu viele" Moscheen ab. Ausländer seien "in Ordnung, wenn sich integrieren".

Aus den Angaben ist zu schließen, dass dem Antrag stattgegeben wurde - mit dem zusätzlichen Vermerk versehen, die betreffende Person wolle im Personenschutz arbeiten und könne auch im Wahlkampf helfen.

Quelle: n-tv.de

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