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Johannes Ponader: Ein Lebenskünstler, der nur arbeitet, wenn er Lust dazu hat?
Johannes Ponader: Ein Lebenskünstler, der nur arbeitet, wenn er Lust dazu hat?(Foto: picture alliance / dpa)

Arbeitsagentur attackiert Pirat Ponader: "Hartz IV nicht für Lebenskünstler"

Piratenpolitiker Ponader will kein Hartz IV mehr. Zu sehr fühlt er sich von Medien und Arbeitsagentur gegängelt. Auf seine öffentliche Abrechnung mit dem Jobcenter folgt die Replik des BA-Vorstands Alt. Der findet: Hartz IV sei für wirklich Bedürftige gedacht und nicht für Akademiker mit 1er-Abitur, die nur arbeiten, wenn es Spaß macht.

Trotz seiner Absichtserklärung, künftig auf Sozialleistungen zu verzichten, geht die Diskussion um den Hartz-IV-Bezug von Piraten-Bundesgeschäftsführer Johannes Ponader weiter. In der "Bild"-Zeitung attackiert Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, den 35-jährigen Jungpolitiker.

Interessiert sich generell für die Piraten: Heinrich Alt.
Interessiert sich generell für die Piraten: Heinrich Alt.(Foto: picture alliance / dpa)

Alt wirft Ponader vor, nur zu arbeiten, wenn es ihm Spaß mache. "Wenn in unserer Gesellschaft jeder so denkt, würde das unser Sozialsystem in den Ruin treiben." Sozialleistungen seien für Bedürftige gedacht, "nicht für junge Lebenskünstler mit 1,0-Abitur und Studium".

Ponader hatte zuvor in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" angekündigt, künftig auf Hartz IV zu verzichten. Er könne absehen, bald selbst genug Geld zu verdienen, zur Überbrückung würden Freunde einspringen. Ponader bemängelte die Berichterstattung über seinen Leistungsbezug und den von ihm als Gängelung empfundenen Umgang der Arbeitsagentur mit seinem Fall.

Konkret warf Ponader Alt vor, dass dieser bei Piraten-Chef Bernd Schlömer angerufen habe, um zu fragen, warum die junge Partei Ponader kein Gehalt zahle - das Amt des Bundesgeschäftsführers ist ein Ehrenamt. Alt sagte der "Bild"-Zeitung dazu: Es stimme zwar, dass er Schlömer angerufen habe. Das sei jedoch aus generellem Interesse an der Piratenpartei geschehen. "Wenn Herr Ponader das jetzt anders darstellt, nimmt er sich selbst ein bisschen zu wichtig."

Dass Ponader von seinem zuständigen Amt nicht korrekt behandelt worden sei -, ein weiterer Vorwurf des hochrangigen Piratenpolitikers - weist Alt zurück. Er sei vom Jobcenter gut betreut worden. Dazu, dass Ponader nun wieder eigenfinanziert leben könne, beglückwünschte ihn Alt. "Das Anspruchsdenken an die Gesellschaft, das Herr Ponader formuliert, teile ich aber ausdrücklich nicht."

Quelle: n-tv.de

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