Dienstag, 11. Mai 2010
Unterstützer klicken im Sekundentakt: Hebammen finden Gehör
Niedrige Gebühren, steigende Haftpflicht- Beiträge und ein Stundenlohn, der zum Leben nicht reicht - Deutschlands Hebammen wehren sich und können einen ersten Erfolg feiern.
Viele Hebammen können von ihrem Gehalt nicht leben. (Bild: dpa)
Der Hebammenverband hat genug Unterschriften für eine Bundestagspetition gegen schlechte Bezahlung und steigende Haftpflichtprämien freiberuflicher Geburtshelferinnen zusammen. Schon nach wenigen Tagen sei die notwendige Zahl von 50.000 Unterstützern erreicht, teilte der Deutsche Hebammen-Verband in Karlsruhe mit. Nun müsse sich der Petitionsausschuss des Bundestages mit der drohenden Versorgungslücke befassen. Auch der Frauenärzte- Verband schlug Alarm und warnte vor Engpässen auf dem Land. Für den 26. Mai ist nach Angaben des Hebammenverbands ein Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) geplant.
Ein durchschnittlicher Stundenlohn von gerade mal 7,54 Euro brutto zwinge immer mehr freiberufliche Hebammen zur Aufgabe, erklärte die Sprecherin des Hebammenverbands, Edith Wolber. Sie bemängelte außerdem drastisch steigenden Haftpflichtbeiträge.
Ihr Verband vertritt 16.600 Geburtshelferinnen. Er hatte zum Internationalen Hebammentag am 5. Mai zu Protesten aufgerufen und die Unterschriftenaktion ins Leben gerufen. Die Hebammen wollen bis Ende Mai weiter sammeln. Bislang wurde die Petition von knapp 68.000 Menschen unterstützt, vor allem per Mausklick im Internet. Die Unterschriften müssen dann auf Papier nachgeliefert werden.
dpa
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