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Gab sich auch bei der Uno-Vollversammlung kämpferisch: Ministerpräsident Arseni Jazenjuk vor dem Parlament in Kiew.
Gab sich auch bei der Uno-Vollversammlung kämpferisch: Ministerpräsident Arseni Jazenjuk vor dem Parlament in Kiew.(Foto: picture alliance / dpa)

Ukraine trotzt Russland bei der Uno: "Herr Putin, Sie können nie gewinnen"

Neue Runde im Propagandakrieg zwischen Kiew und Moskau: Vor der Uno-Vollversammlung fordert der ukrainische Premier endlich echte Friedensbemühungen von Russland. Und bietet dem übermächtigen Nachbarn wortgewaltig die Stirn.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hat Russland vor der Uno-Vollversammlung zu ernsthaften Bemühungen um eine Entschärfung des Konflikts in der Ostukraine aufgefordert. "Wir sind ein Land, das Frieden braucht, und es ist schwierig, ein Friedensabkommen zu verhandeln, wenn wir dabei einen Gewehrlauf von Russland im Gesicht haben", sagte Jazenjuk bei der Generaldebatte der Vollversammlung.

Er rief die Moskauer Regierung auf, ihre Truppen aus dem Osten der Ukraine abzuziehen. Die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland werde sein Land nie akzeptieren. "Die Krim war, ist und bleibt ein Teil der Ukraine." Der Ministerpräsident wandte sich auch direkt an Kremlchef Wladimir Putin: "Herr Putin, Sie können den Kampf gegen unsere Truppen gewinnen, aber Sie können niemals den Kampf gegen unsere vereinte ukrainische Nation gewinnen." Jazenjuks sprang kurzfristig für Präsident Petro Poroschenko ein, der in der Ukraine geblieben war.

Auch für den Westen hatte Jazenjuk eine Botschaft: Er soll den Druck auf Russland aufrecht erhalten. Die im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen sollten nicht aufgehoben werden, bis Kiew wieder die vollständige Kontrolle über das ukrainische Staatsgebiet erlangt habe. Er forderte Russland auf, das Waffenstillstandsabkommen für den Osten des Landes "in allen Punkten" umzusetzen. "Trotz des Waffenstillstands verlieren wir weiter jeden Tag ukrainische Soldaten und Zivilisten, und der Beschuss geht weiter", beklagte Jazenjuk.

Russland warf er eine "Invasion" in der Ukraine vor. Moskau verstoße gegen die UN-Charta und müsse eher als "Unsicherheits-Mitglied" denn als Mitglied des UN-Sicherheitsrats bezeichnet werden, sagte Jazenjuk. Die ukrainische Regierung und die prorussischen Aufständischen hatten am 5. September einen Waffenstillstand vereinbart. Am Samstag wurde das Abkommen durch einen Neun-Punkte-Plan ergänzt: Alle Kampfeinheiten sollen auf jeweils mindestens 15 Kilometer hinter die Frontlinie zurückgezogen werden. Die so entstehende 30 Kilometer breite Pufferzone soll unter die Aufsicht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gestellt werden.

Quelle: n-tv.de

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