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Politik

Sonntag, 14. Februar 2010

Ekel-Rituale bei der Bundeswehr: Immer mehr Soldaten melden sich

Die skandalösen Vorgänge in der Edelweiß-Kaserne im bayerischen Mittenwald haben größere Dimensionen als bisher angenommen. Mindestens fünf weitere Soldaten berichten über entwürdigende "Mutproben". Und offenbar sind auch andere Bundeswehr-Standorte betroffen.
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(Foto: dpa)

Die Ermittlungen wegen Ekel-Mutproben und bizarren Ritualen in der bayerischen Edelweiß-Kaserne in Mittelwald weiten sich aus. Nach Bekanntwerden der entwürdigenden Rituale hätten sich mindestens weitere fünf aktive und ehemalige Soldaten beim Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), gemeldet, berichtete die "Bild am Sonntag".

Rohe Leber, Hefe und Rollmops - die Bestandteile des sogenannten Aufnahmerituals.

Rohe Leber, Hefe und Rollmops - die Bestandteile des sogenannten Aufnahmerituals.
(Foto: dpa)

Robbe sagte, er werde nächste Woche den Verteidigungsausschuss darüber informieren. Die Affäre weitet sich möglicherweise über die Mittenwalder Edelweiß-Kaserne hinaus aus. Die fünf neuen Eingaben enthalten nach Robbes Angaben auch Berichte über Vorgänge an anderen Bundeswehr-Standorten.

"Koma-Saufen" bei der Bundeswehr

Die Aufnahmerituale beim Gebirgsjäger-Bataillon 233 waren durch die Beschwerde eines Soldaten beim Wehrbeauftragten bekanntgeworden. Demnach mussten Soldaten dort bis zum Erbrechen Alkohl trinken und rohe Schweineleber essen, um in der internen Hierarchie des Eliteverbands aufsteigen zu können. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen einen Soldaten wegen des Verdachtes auf vorsätzliche Körperverletzung.

Die Tat steht im Zusammenhang mit dem sogenannten "Fuxtest", den neue Mitglieder der Eliteeinheit über sich ergehen lassen mussten. Mittlerweile steht fest, dass Vorgesetzte von den verbotenen Mutproben wussten.

Nach Angaben des Wehrbeauftragten hat "übermäßiger Alkoholkonsum" bei den Vorkommnissen offenbar eine große Rolle gespielt. Er habe den Eindruck, dass es bei bestimmten Truppenteilen der Bundeswehr "nach Dienstschluss ein Alkoholproblem gibt, das wir entschieden bekämpfen müssen", sagte Robbe der Zeitung. "Koma-Saufen" dürfe es bei der Bundeswehr auf gar keinen Fall geben.

AFP/dpa

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