Politik

Weniger als drei Millionen Arbeitslose: Immer mehr finden einen Job

Deutschland kommt schneller und besser aus der Krise als bislang erwartet. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Weise, geht davon aus, dass schon im Mai die Zahl der Arbeitslosen auf unter drei Millionen sinken wird. Nicht so gut läuft indes die Rekrutierungspraxis für die neue deutsche Freiwilligenarmee.

Gleisbauer im Kreis Aurich.
Gleisbauer im Kreis Aurich.(Foto: dpa)

Deutschland kann immer mehr vom derzeitigen Aufschwung profitieren. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, rechnet schon im Mai mit weniger als drei Millionen Arbeitslosen im Land. "Wenn die Entwicklung so weitergeht, kann die Drei-Millionengrenze bereits im Mai unterschritten werden", sagte Weise der "Passauer Neuen Presse". Spätestens aber im zweiten Halbjahr werde das der Fall sein. "Wir erwarten im Durchschnitt des Jahres 2011 knapp drei Millionen Arbeitslose", so Weise. Deutschland sei schneller und besser aus der Krise gekommen als erwartet.

Anders als Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), der Sparpotenzial bei der BA sieht, rechnet Weise mit einem Defizit von fünf Milliarden Euro in diesem Jahr. "Bis zum Jahr 2015 ergibt sich ein Minus von neun Milliarden Euro auf Basis der bisher geltenden Wachstumsannahmen", sagte Weise der Zeitung.

Die Lücke sei so groß, weil die Bundesagentur ab 2012 auf mehr als eine Milliarde Euro verzichten solle. Dieser Betrag erhöhe sich schrittweise bis auf vier Milliarden Euro 2015. "Das ist die Summe aus dem halben Mehrwertsteuerpunkt, der im Zuge der weiteren Hartz-IV-Reform an die Kommunen umgeleitet wird."

Rekrutierung schlecht vorbereitet

Weise kritisierte zudem die Rekrutierungspraxis der neuen deutschen Freiwilligenarmee. Dass zum 1. Juli Freiwillige für die Bundeswehr fehlen würden, sei "leider absehbar" gewesen. Er sei "sehr erstaunt", dass man nach dem Aussetzen der Wehrpflicht geglaubt habe, "Freiwillige zu gewinnen, indem man 100.000 junge Leute nur anschreibt". So könne das aber nicht funktionieren. "Wir in der Kommission wollten ein Recht zur Einberufung der jungen Menschen für einen Tag: An diesem Tag sollten sich Bundeswehr, aber auch Zivildienstträger präsentieren. So könnte man junge Menschen interessieren", sagte Weise. Sein Fazit: "Derzeit fehlen noch alle Angebote, wie der Dienst in der Bundeswehr attraktiv gemacht werden kann."

Quelle: n-tv.de

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